Artikel-Schlagworte: „KiSS“

Die Seele der manuellen Medizin

Stoddard (1959) Untersuchung Thorax

Stoddard (1959)
Untersuchung Thorax

Manchmal kann man die Idee bekommen, Manualmedizin sei etwas für grumpy old men und irgendwie eine Abart irgendwelcher krankengymnastischen Techniken, und Osteopathie oder craniosacrale Therapie ohnehin viel ‚wissenschaftlicher‘ – oder zumindest hipper.

Dies Bild aus einer Monographie von A.Stoddard aus den 50ger Jahren demonstriert, wie man bei Untersuchung und Behandlung dem Patienten nahe kommt. Diese Untersuchung sieht in allen erwähnten Methodiken übrigens recht ähnlich aus…

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KiSS ist kein Syndrom

Immer wieder wird mir von Verlagsseite oder auch von Editoren der Fachzeitungen der Begriff ‚Syndrom‘ in Verbindung mit KiSS angetragen. Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass ich da auch manchmal nachgegeben habe, eigentlich eher aus Gutmütigkeit bzw. Nachlässigkeit. Diesen Beitrag weiterlesen »

Klinische Visiten und Fortbildungsnachmittag am 21.2.2014 Thema: Kreuzschmerz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die letzte Fortbildung ist schon wieder vorbei – und es hat wohl allen etwas gebracht. Uns auf alle Fälle, denn wenn man seine Konglomerathaufen im Kopf für eine Präsentation sortieren muß trägt das ja nicht unwesentlich zur eigenen Klarheit über sein Tun bei ;-)

Für den Morgen hatten wir die Teilnahme auf 10 Kollegen begrenzt – mehr kann man den Patienten nicht als Auditorium zumuten, zumal der Platz doch entwas eng ist. Wir begannen mit unserer gemeinsamen Untersuchung und Behandlung von insgesamt 8 Patienten – klingt mehr als es war, da mehrere Familien und dadurch nicht jedesmal das komplette Programm an Exploration und Beratung. Aber eben ein ganz typischer Querschnitt mit Erwachsenen und ihren Lumblagien bzw. cervico-mandibulären Problemen und den Kindern mit KiSS und KiDD. Diesen Beitrag weiterlesen »

50 Jahre Manuelle Medizin – Sondernummer der MM oder: Mitleid gibts umsonst, Neid muß man sich verdienen…

Wie gelegentliche Besucher dieses Site schon bemerkt haben werden, bin ich in die Tiefen meiner Archive gestiegen und werde immer mal wieder einiges Interessante daraus hier präsentieren. Als ‚Erbe‘ von F&F (Freimut Biedermann & Friedel Gutmann) beherbergt mein Keller ein recht umfangreiches Archiv, das bis in die Gründungsphase der FAC in den 50gern zurückreicht. Da sind allerlei ‚Schätzchen‘ zu finden, die ein interessantes Licht auf Interna der Manualmedizin werfen. Nun soll man nicht alle Nickeligkeiten ausbreiten, die die jüngere Generation ohnhin nicht interessieren – dachte ich  mir immer mal wieder, wenn ich diese alten Korrespondenzen in der Hand hielt. Aber es ist halt manchmal ganz praktisch, wenn man auf die Primärquellen zugreifen kann.

Bei mir war angefragt worden, ein paar Worte zur Arbeit meines Vaters für die Manualmedizin und deren Publikationen zu schreiben. So wußte ich, dass jetzt im Spätsommer 2012 ein dezidiertes Heft zum 50ger Jubiläum der ManMed  in Arbeit ist und schlug dieses nach meinem Urlaub auch mit viel Interesse auf. Besonders freute mich, dass der erste Artikel, der hier als Faksimile abgedruckt war, Gutmanns Veröffentlichung zur funktionellen Pathologie der oberen HWS bei Kleinkindern war.

Als ich dann den Kommentar des Kollegen v. Heymann las ( 50 Jahre Manuelle Medizin: „Tonusasymmetriesyndrom“ und „sensomotorische Dyskybernese“ W. von Heymann), wo KiSS als ‚vulgär- populistisch‘ bezeichnet wird …. hab ich erst mal zwei Nächte darüber geschlafen – dann war der Reflex: „Ignorieren“. Und mich ein bißchen gewundert: hab den Herrn nie kennengelernt, was ja eigentlich Voraussetzung für solch emotionale Auslassungen ist. Als ich dann auf dem Website von Springer sah, dass mein KiSS- Artikel von 1993 gar nicht mehr online erreichbar ist, wurde mir klar, dass ich in der Pflicht bin.

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Bachelor- Arbeit zu KiSS

Im April 2010 kam diese Email bei mir an:

Hallo Herr Dr. Biedermann,
ich bin Physiotherapeut und schreibe gerade meine Bachelorarbeit zum Thema : „Effektivität Manueller Therapie bei Kiss-Kindern„. Da die Beschaffung von Informationen und Zahlen in diesem Bereich ziemlich schwierig ist, wollte ich Sie … nach hilfreichen Daten, Zahlen, Studien usw. fragen.      mfg Thomas Göbelt

Hab ich dann ein bißchen geholfen und schließlich die fertige (und mit ‚2‘ benotete) Bachelorarbeit erhalten samt der Erlaubnis, sie hier publik zu machen (hier:  Goebelt_Bachelor_KISS)

Zur Helmtherapie

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich manche Behandlungsformen halten. Seit Jahren geistert die sogenannte „Helmtherapie“ umher, die Eltern von Kindern mit Schädelaysmmetrie empfohlen wird. Mehr und mehr springen (kinder-)orthopädische Kliniken auf diesen lukrativen Zug auf und suggerieren den Familien mit aufwendigen Vermessungsverfahren einen Handlungsbedarf (z.B. hier).
Argument ist, dass diese Schädelasymmetrien die Entwicklung der Kinder behinderten. Erest wird immer ein Lippenbekenntnis zur funktionellen Behandlung abgelegt („Diese kann konservativ korrigiert werden, zum Beispiel mittels Abwechslung der Lagerung oder Krankengymnastik“ in obigem Site-Text), dann wird ein Meßverfahren empfohlen und schließlich geht es doch mit dem Helm viel schneller…

Nur wissen wir seit Jahren, dass eine Schädelasymmetrie auf eine Bewegungseinschränkung des Halses hinweist, und dass diese allerdings die Entwicklung beeinträchtigt. Wenn diese Bewegungseinschränlung aber behandelt ist, kann sich das Kind motorisch und von der Wahrnehmung her frei entfalten und es besteht keinerlei Grund zu Angst. Die Asymmetrie des Gesichts – ein Weichteilproblem – verschwindet relativ schnell (einige Monate). Die Veränderung des Schädels benötigt etliche Jahre, um sich wieder anzugleichen, und selbst wenn dies nicht 100%ig erfolgt, haben die Kinder dadurch keine Nachteile. Das konnte wir bei hunderten von durch uns behandelten Kindern immer wieder beobachten.

Den Eltern zu erzählen, dass eine Schädelasymmetrie irgendwelche Folgen für die Hirnentwicklung habe, ist irreführend und unrichtig. Die erheblichen Kosten dieser Behandlung sollte man besser in die Rehabilitation behinderter Kinder stecken, bei denen immer wieder um Kostenübernahme gekämpft werden muss (man denke nur an die Hippotherapie).

Stellungnahme zum Plagiocephalieartikel in kja

In der Zeitschrift der Kinder- und Jugendärzte ist ein Artikel erschienen, der bei etlichen Kollegen Unsicherheit ausgelöst hat, wie mit Säuglingen mit Schädelasymmetrie am besten zu verfahren sei.

Ich habe versucht, die im Text vorgebrachten Argumente zu beleuchten und unsere funktionelle Sichtweise dagegen zu setzen. Wichtig ist hier vor allem, die beiden Argumentationsebenen zu trennen: zu Beginn wird formal richtig auf Physiotherapie und Manualmedizin als Option hingeweisen, dann aber sofort durch die Aufwendigkeit der Meßverfahrfen schon suggeriert, ‚daß da was Ernstes ist‘ – und dann ist es nicht mehr weit zu den zum Teil fast justiziablen Argumenten, die ich in der Stellungnahme zitiert habe.

Artikel (Plagio_Stn_bvkj1011)

Ritalin wie Brille?

Niederländische Apotheker verteilen ein Merkblatt an Familien mit Ritalin- Patienten, in denen Ritalin mit einer Brille verglichen wird.

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Lehrbuch — Manualmedizin bei Kindern

Die Monografie Manual Therapy in Children aus dem Jahr 2004 ist immer noch aktuell. Die hier zusammengefassten Expertenartikel definieren den Rahmen, in dem sich die Diagnostik und Therapie funktioneller Störungen bei Klein- und Schulkindern bewegt. Dieser Band ist der Vorläufer der 3 Jahre späteren deutschen Ausgabe (Preis. 35 Pfund).

ISBN 0-443-10018-7 , Verlag: Churchill Livingstone
www.elsevierhealth.com

Cover Manual Therapy in Children

KiSS-Kinder in 3. Auflage

KiSS-Kinder in 3. Auflage

Zehn Jahre nach dem ersten Erscheinen ein neues Buch mit altem Titel

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