Nexus bei Jüngeren

.In der letzten Monaten haben wir eine neue Indikation für die Traktion des Nackens mit dem Nexus entdeckt: (Nexus_Adult) .

Anfangs kam gar nicht die Idee, bei Jungen – mit Elastizität im Bindegewebe – eine Traktion zu benötigen. Aber man lernt in der Praxis..

Reflux bei Säuglingen (?)

Am Eisschrank

Man muß sich oft zusammenreißen und noch mal von vorne anfangen …

Aus Belgien schwappt eine Welle zu uns nach Deutschland rüber, die man eigentlich belächeln könnte, wenn ihr Effekte nicht so massiv wären. Fast alle Kleinkinder, die wir aus Belgien behandeln, haben zu hause oft massiv H2- Blocker oder PPI (ProtonenPumpen- Inhibitoren) bekommen. Daß dies keine Kleinigkeit ist, spricht sich ganz langsam rum. Wir haben hier schon mehrmals dazu Stellung bezogen, daß mit dem schlichten Abblocken der Säureproduktion das Problem wohl vor allem verlagert wird, und nicht die Säureproduktion an sich, sondern der Basenbedarf erforscht werden sollte, da sonst der nächste große Puffermechanismus, der Calciumhaushalt, angezapft wird. Wieviel unsere ‚moderne‘ Ernährung dabei mitspielt ist auch nicht untersucht…

Aber das ist eine Diskussion, die bei Erwachsenen geführt wird. Bei Kleinkindern liegt kein Reflux vor, weil Säuglinge noch keinen geschlossenen Mageneingang haben.

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Magenleid und Knochenschmerzen

Was oft etwas herablassend als Polypragmasie bezeichnet wird ist für den behandelnden Arzt oft die beste Vorgehensweise, um bei den allfälligen ‚Passungsstörungen‚ (wie v. Uexküll das nannte) einen gangbaren Weg für seine Patienten zu finden. Erst wenn man mal systematisch schaut merkt man, wie viele unter ihnen ein durch chronische Magenbeschwerden (mit-)geprägtes Beschwerdemuster haben. Gerade wenn die Patienten berichten, dass sie „alle vier Wochen wieder die rausgesprungenen Rippen einrenken lassen“ sollte man aufhorchen und sich den Magen bzw. die Oberbauchregion palpatorisch vornehmen. Wenn sich dann da eine relevante Resistenz palpieren läßt und die Anamnese paßt, liegt der Verbund mit der Head’schen Zone des Magens in der Interscapularregion nicht allzu fern.

Das ist die direkte projizierte Schmerz- Symptomatik, bei der Magenleiden eine Rolle spielen. Komplexer ist der Zusammenhang, wenn man an die vielen Patienten denkt, die chronisch H2- Blocker schlucken. Hier sind inzwischen die Zusammenhänge mit vermehrt auftretender Osteoporose epidemiologisch recht gut nachgewiesen. Der anhängige kleine Text faßt das zusammen (Magen & Rücken)

 

Diagnosen zwischen Intuition und EBM

Eine der wichtigeren Fragen des klinischen Handelns ist, ob man ein erkanntes Phänomen als Symptom oder als Diagnose wertet. Das hat enorme Auswirkungen auf die Lösungswege. Sowie  z.B. eine Hyperaktivität nicht mehr als Diagnose akzeptiert wird muß dem weiter nachgegangen werden. So kommt man dann in der Regel auf ein Netz von Ursachen, die eine viel differenziertere Analyse erfordern als wenn man sich mit ersterem Begriff zufrieden gibt. Aber man hat dann ganz andere Lösungsansätze in der Hand…

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Kopfschmerzen bei (Schul-)Kindern

Wir haben in den letzten Jahren viel zu diesem Thema geforscht und auch – soweit das in einer Praxis überhaupt möglich ist – uns bemüht, harte Daten zu liefern. Manchmal merkt man erst dann, wie schwierig diese zu fassen sind. Eine Zusammenfassung unserer Erfahrungen findet sich hier: Schulkopfschmerz.

Basis der Pharmakotherapie defizitär

Wenn andere etwas besser dastellen, als man das selber gerade kann, gibt man ihnen doch gerne eine Möglichkeit, das auch zu tun. Zumal, wenn uns dies Gelegenheit verschafft, für eine verdienstvolle Publikation Werbung zu machen – die pharma-kritik. Bruno Maggi hat mich auf deren aktuelles Editorial hingewiesen, und ich gebe dies hier gerne weiter (siehe hier). Und es stände nicht hier, wenn es nichts anzumerken gäbe… Diesen Beitrag weiterlesen »

Auf Abstand sieht man manches klarer – ADHD & Philosophie

Wenn man – wir wir – jeden Tag mit Eltern und Therapeuten das Thema ‚Schulschwierigkeiten‘ oder ‚Erziehnungsprobleme‘ diskutiert kann man viel über sich undseine Zunft lernen. Im Biotop ‚Medizin‘ ist momentan die angesagte Erklärung für diese Probleme ein zu niedriger Dopaminspiegel. Den muß man halt ausgleichen, dann ist alles in Ordnung. Vergessen wird dabei oft, dass die Verteidiger dieses Modells ursprünglich mal angetreten waren mit der Idee, einen kurzen Mangelzustand zu überbrücken. Das solllte nach Wochen, maximal Monaten erledigt sein. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der diagnostische Blick auf die Bewegung

Wieviel genaues Beobachten erkennen läßt erschließt sich dem Zuschauer nur langsam und mühevoll. Der diagnostische Blick ist uns aus der Inneren Medizin wohl bekannt. Hier geht es meist um Statisches, d.h. das Erkennen von Hautveränderungen oder Gewebezuständen. In der Orthopädie steht die dynamische Komponente in den Mittelpunkt: Diesen Beitrag weiterlesen »

LRS bei Atlas- Formvariante

Bei diesem 10jährigen Mädchen fand sich eine Kombination funktioneller und anatomischer Auffälligkeiten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Haltung & Verhalten

Wie so oft findet man Interessantes zum Thema Medizin fernab der ’normalen‘ Fachliteratur… Diesen Beitrag weiterlesen »

Manualmedizin bei Schwangeren (Bruno Maggi, Zürich)

Manuelle Therapie peripartal.

1. Schmerzen im Beckenring sind in der Schwangerschaft sehr häufig. Sie werden von den Betreuenden und auch von den Schwangeren selber meist als „von der Natur gewollt“ akzeptiert. Die Manuelle Medizin kann hier aber oft gut helfen.

2. In den meisten Fällen liegt eine Blockierung im Beckenring vor. Diese lässt sich einfach diagnostizieren und durch einen ausgebildeten Manualtherapeuten einfach behandeln.

3. Die Rückfallrate ist zwar beträchtlich, doch lässt sich diese durch geeignete Massnahmen und Verhaltensregeln im Alltag der Schwangeren senken.

4. Auch unter der Geburt und im Wochenbett kann eine Beckenringblockierung Probleme machen.

5. Nach der Geburt können zusätzlich auch Verspannungen der sacrospinalen, sacrotuberalen und sacrococcygealen Bänder Beckenbodenschmerzen verursachen.

Ad 1: In der Literatur wird die Häufigkeit der Schmerzen im Beckenring und in der LWS mit etwa 60% angegeben., Beckenschmerzen alleine kommen etwa in 20-25% vor. In meiner Praxis werde ich häufig von Schwangeren mit diesem Problem aufgesucht. Meist kommen sie auf Anraten der Hebamme, über Mund zu Mund Propaganda und nur selten einmal auf Empfehlung der Gynäkologen.

Am häufig beginnen diese Beschwerden ab der 20.-bis 25. Schwangerschaftswoche. Sie können manchmal auch erst wenige Wochen vor dem Geburtstermin auftreten. Selten zeigen sie sich erst unter der Geburt. Die Gründe dafür sind einerseits hormonell: Das Gewebehormon Relaxin lockert die Ligamente. Andererseits sind in unserer Zivilisation überall harte Böden, welche die Stossdämpfung unseres Bewegungsapparates (und hier spielen die Sakroiliacalgelenke eine wichtige Rolle) sehr beanspruchen.

Ad 2: Eine Schwangere mit Schmerzen im LWS und Beckenbereich wird vorerst einmal im Gehen angeschaut. Es besteht häufig ein Schonhinken. Häufig mögen sie sich gar nicht setzen, die Schuhe auszuziehen bereitet ihnen wegen der Rückenschmerzen Mühe.

Ich lasse sie dann vor mich hin stehen und prüfe das Vorlaufsphänomen im Stehen und Sitzen. In der Regel ist dieses positiv. Häufig auf der Seite der Schmerzen, seltener auf der Gegenseite. Dies sind die klinischen Zeichen einer Sakroiliakalgelenksblockierung.
Die Manipulation des Gelenkes kann in Seitenlage oder im Stehen erfolgen. Meist verspürt die Schwangere danach eine Besserung, seltener tritt diese mit einigen Stunden Verzögerung ein.

Ad 3: Ich empfehle den Frauen für den Rest der Schwangerschaft, stossdämpfendes Schuhwerk (Joggingschuhe, falls dies nicht möglich ist, stossdämpfende Einlagen (z.B. Noene)) zu tragen. Sie sollten es vermeiden, bei fixiertem Becken Gewichte haltend sich zu drehen. (Wäschezaine auf den Tumbler wuchten, den Getränkeharass ins Auto heben). Auch das Staubsaugen sollten sie vermeiden. Das Heben und Tragen der Kleinkinder lässt sich nicht vermeiden. Deshalb sind Mehrgebärende für Rezidive anfälliger.

Bei immer wiederkehrenden Blockierungen empfiehlt sich eine einfache Bandage mit einem Baumchwolltuch (15 cm breit etwa 3.5 m lang) nach Dorin Ritzmann. Diese wird zwischen Trochanter maior und Crista iliaca angelegt unter dem Bauch durch auf die Gegenseite und danach über das Sacrum wieder zurück geführt. Wir empfehlen jeweils etwa 3 Touren. Danach werden die Enden verknotet.

Ad 4: Klinische Zeichen einer SIG Blockierung unter der Geburt sind Kreuz- oder Symphysenschmerzen, ein verzögertes Tiefertreten des kindlichen Kopfes bei gut eröffnetem Muttermund. Gelegentlich tritt auch eine sekundäre Wehenschwäche auf.

In einer Wehenpause lässt sich die Blockierung feststellen und gleich behandeln.
Da die ärztlichen Geburtshelfer sich bisher nicht für diese funktionelle Störung der Beckenringsmechanik interessierten, versuchen wir seit Jahren die Hebammen (welche am längsten und am nähesten bei den Gebärenden sind) für die Diagnostik und die Therapie des blockierten Beckenringes zu sensibilisieren.

Ad 5: Neben der postpartalen Blockierung des Beckenringes, können auch die Bänder und die Muskulatur des Beckenbodens Beschwerden verursachen. Insbesondere die postpartale Coccygodynie kann mit manuellen Techniken gut behandelt werden. Mit bildgebenden Verfahren sieht man keine Pathologie des schmerzenden Steissbeins. Bei der rektalen Palpation tastet man dann aber die Verspannungen der sacrospinalen, sacrotuberalen und sacrococcygealen Bänder. Diese lassen sich dann gleich während der Untersuchung durch Dehnung behandeln.

Fazit: Die Manualmedizin rund um die Geburt ist nützlich, effizient und mit wenig Aufwand verbunden.

Sie lässt sich gut lernen und ist leicht anzuwenden.

4.12.2010 Bruno Maggi

Über die HWS hinaus…

…gibt es einiges, was man nicht aus dem Auge verlieren sollte.

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Warum röntgen?

Der Streit ums Röntgen von Patienten vor Manualtherapie der Halswirbelsäule wird nie enden, das ist sicher. Zu viele Interessen von zu Vielen, die am Halse tätig sind, gehen in die Richtung: „es geht doch auch so!“ – Aus der täglichen Arbeit soll deshalb immer mal wieder am praktischen Beispiel gezeigt werden, warum das Röntgen doch sinnvoll ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

Selbstbehandlung von Nackenverspannungen: Nexus- Kissen

Nachdem man den fünfzigsten Geburtstag hinter sich gelassen hat (spätestens) stellen sich gewisse Alltagsprobleme ein, die mit der verringerten Elastizität des Bindegewebes zusammenhängen. Man braucht eine Gleitsichtbrille, die Gelenke knacken und knarzen und der Nacken wird steifer und steifer – bei mir zumindest.  Jahrelang habe ich mit diversen Geräten experimentiert, bis mir in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Industrie- Designer eine Lösung einfiel. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Nadel im Heuhaufen oder: Was gibt es Neues in der Manuellen Medizin?

…ist natürlich die Frage aller, die sich editorisch mit diesem Gebiet beschäftigen und ihre Relevanz nicht von der Hand zu weisen. Es hat auch Nachteile, zu einem der ältesten Zweige der Medizin zu gehören – viel echt Neues ist nicht zu erwarten.

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Zur Helmtherapie

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich manche Behandlungsformen halten. Seit Jahren geistert die sogenannte „Helmtherapie“ umher, die Eltern von Kindern mit Schädelaysmmetrie empfohlen wird. Mehr und mehr springen (kinder-)orthopädische Kliniken auf diesen lukrativen Zug auf und suggerieren den Familien mit aufwendigen Vermessungsverfahren einen Handlungsbedarf (z.B. hier).
Argument ist, dass diese Schädelasymmetrien die Entwicklung der Kinder behinderten. Erest wird immer ein Lippenbekenntnis zur funktionellen Behandlung abgelegt („Diese kann konservativ korrigiert werden, zum Beispiel mittels Abwechslung der Lagerung oder Krankengymnastik“ in obigem Site-Text), dann wird ein Meßverfahren empfohlen und schließlich geht es doch mit dem Helm viel schneller…

Nur wissen wir seit Jahren, dass eine Schädelasymmetrie auf eine Bewegungseinschränkung des Halses hinweist, und dass diese allerdings die Entwicklung beeinträchtigt. Wenn diese Bewegungseinschränlung aber behandelt ist, kann sich das Kind motorisch und von der Wahrnehmung her frei entfalten und es besteht keinerlei Grund zu Angst. Die Asymmetrie des Gesichts – ein Weichteilproblem – verschwindet relativ schnell (einige Monate). Die Veränderung des Schädels benötigt etliche Jahre, um sich wieder anzugleichen, und selbst wenn dies nicht 100%ig erfolgt, haben die Kinder dadurch keine Nachteile. Das konnte wir bei hunderten von durch uns behandelten Kindern immer wieder beobachten.

Den Eltern zu erzählen, dass eine Schädelasymmetrie irgendwelche Folgen für die Hirnentwicklung habe, ist irreführend und unrichtig. Die erheblichen Kosten dieser Behandlung sollte man besser in die Rehabilitation behinderter Kinder stecken, bei denen immer wieder um Kostenübernahme gekämpft werden muss (man denke nur an die Hippotherapie).

Stellungnahme zum Plagiocephalieartikel in kja

In der Zeitschrift der Kinder- und Jugendärzte ist ein Artikel erschienen, der bei etlichen Kollegen Unsicherheit ausgelöst hat, wie mit Säuglingen mit Schädelasymmetrie am besten zu verfahren sei.

Ich habe versucht, die im Text vorgebrachten Argumente zu beleuchten und unsere funktionelle Sichtweise dagegen zu setzen. Wichtig ist hier vor allem, die beiden Argumentationsebenen zu trennen: zu Beginn wird formal richtig auf Physiotherapie und Manualmedizin als Option hingeweisen, dann aber sofort durch die Aufwendigkeit der Meßverfahrfen schon suggeriert, ‚daß da was Ernstes ist‘ – und dann ist es nicht mehr weit zu den zum Teil fast justiziablen Argumenten, die ich in der Stellungnahme zitiert habe.

Artikel (Plagio_Stn_bvkj1011)

Impfen und Manualmedizin

Wir haben immer mal wieder gesehen, dass es besser ist, die kleinen Patienten nach der Behandlung in Ruhe zu lassen um sie nicht zu überlasten.
Jetzt fiel uns auf, dass vor allem im Herbst deutlichere Erstverschlimmerungen nach Behandlung bei uns auftreten können.
Nachdem wir systematisch fragten stellte sich dabei sehr oft heraus, dass eine Impfung unmittelbar vor oder nach unserer Manualtherapie stattgefunden hatte.
Das langfristige Ergebnis wird dadurch nicht verschlechtert, aber die Eltern – und natürlich auch das Baby – haben ein paar unnötig stressige Tage. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass man im Herbst ohnehin schneller Atemwegsinfekte aufliest, und dann dieser Infekt, der ‚künstliche‘ Infekt der Impfung und der Streß der Manualtherapie zusammenkommen.
Deshalb nochmals die Bitte an die Eltern:
Geben Sie Ihrem Kind vor und nach der Behandlung durch einen Manualmediziner einige Tage Zeit. So vermeidet man überschießende Reaktionen.

Atlasprof – ein Titan der Karpaten?

– so ließ sich der rumänische Diktator Ceausescu nennen. Hat ihm schlußendlich nicht viel geholfen, aber bis man ihn – auf wenig elegante Weise – losgeworden war, litt das Land schrecklich.
Soll also keiner die Macht des Wortes unterschätzen.

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Ursprünglicher Ritalin Befürworter widerruft

W. Pelham, Co-Autor einer multimodalen Studie zu ADHD und Ritalin (hier) äußerte sich kürzlich kritisch zu seiner ursprünglich positiven Einschätzung der Langzeitwirkung von Rtialin bei hyperaktiven Kindern.

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19./20. Mai 2017: Workshop Lernen & Motorik

Auch eine Art von Manualtheapie – irgendwie

…ist dieses Jahr der Titel unseres Workshops in Antwerpen. Er lief gerade. Ich glaube, alle waren es zufrieden.

Hoffentlich  ein guter Abschluß dieser Reihe nach fast 30 Editionen…

 

Über Chiropraktik, gehört

Manchmal hat man ja einen etwas anrüchigen Stammbaum (beruflich ;-), den man nicht sooo gerne vor aller Augen ausbreiten will, aber was solls!

Da kommt der Hinweis eines Freundes, daß er beim Stöbern in den WDR- Archiven was über die Vorläufer der Manualmedizin gefunden hat, gerade recht: hier hören. Man hat dann einen etwas besseren Blick darauf, daß es ein langer Weg war bis zu einer wissenschaftlich fundierten Chirotherapie…

 

Traktion als Behandlungprinzip bei ‚ganz erwachsenen‘ Patienten

Jeder, der die Halbzeitfeiern um den 50. Geburtstag hinter sich hat, kennt das sich langsam eingeschlichen habende Gefühl des immer unbeweglicher Werdens. Es geht dabei nicht (nur) um die Tatsache, dass die Beweglichkeit der Kopfwendung oder der Hüften nicht mehr so ist wie früher – das variiert sehr von Mensch zu Mensch und muß gar nicht sooo dramatisch ausfallen. Was aber fast alle – und fast alle gleichzeitig- merken ist, dass die Elastizität der Gewebe nachläßt. Bestes und häufigstes Beispiel ist die nachlassende Akkomodationsfähigkeit der Augen. Das führt dazu, dass auch diejenigen, die nie eine Brille brauchten, jetzt (meist fürs Lesen) mit selbigem Gerät ausgerüstet sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

HWS seitl.: Diskrepanzen der Rotation

Auf dieser HWS- Aufnahme eines 10jährigen Mädchens ist morphologisch nicht viel auffällig – funktionell kann man aber einige interessante Informationen gewinnen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wann läßt die HWS- Aufnahme an CMD denken?

Je mehr man sich mit der Interaktion zwischen Zahn-Kieferregion und dem Hals beschäftigt, desto mehr wundert man sich, dass man selber (und die meisten Kollegen) da nicht häufiger daran denken… Diesen Beitrag weiterlesen »

Methylphenidat- Statistik

Für einen Vortrag hab ich mal wieder die aktuellen Zahlen des Methylphendidat- Verbrauchs in Deutschland bei der Bundes-Opiumstelle abgefragt. Hier übrigens nebenbei ein dickes Lob an deren Mitarbeiter, die einem schnell und kompetent helfen.

Anbei also die Zahlen (2011_Methylphenidat). Man könnte sich jetzt freuen, dass der rasante Anstieg der letzten Jahrzehnte abgeflaut ist – aber auch welch hohem Niveau! Und dann ist ja noch zu erwähnen, dass es eben inzwischen diverse andere Präparate gibt, die +- die gleiche Wirkuung haben, aber z.T. nicht einmal mehr BTM-pflichtig sind.

Also kein Grund zur Freude oder gar Entwarnung. Jedes Kind, dem wir aufgrund verbesserter Wahrnehmung helfen können, sich etwas freier aufzustellen, ist ein Grund zur Freude.

Wie die schwierigen Jungs zahm gemacht werden

Eigentlich ist es ja erschütternd, dass manche kontroversen Diskussionen nicht (mehr) in der medizinsichen Fachpresse angestoßen werden, sondern von außen an uns herangetragen werden. Die massiv zunehmende Verschreibung allerlei psychoaktiver Substanzen an Kinder und Heranwachsende gehört dazu. Medikalisierung 'wilder Jungs'Nun ist ja weiß Gott nicht alles, was da aus den Publikumszeitschriften kommt, die reine Wahrheit. Wir haben selber oft genug unter unsachlichen und polemischen Auslassungen gelitten (vgl. z.B.Die ’schiefen‘ Argumente des SPIEGEL ). Aber es ist nicht zu bestreiten, dass da oft berechtigte Fragen laut werden.
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HWS- Rö und KFO

Dass es Zusammenhänge zwischen Zahn/Kieferregion und der Halswirbelsäule gibt wird inzwischen allgemein anerkannt. Im Detail scheiden sich aber die Geister… Diesen Beitrag weiterlesen »

Zehnjähriger mit Kopfschmerz

Dieser gut 10 Jahre alte Junge kam zu uns mit einer ganz ’normalen‘ Anamnese:

Kopfschmerzen seit Schulbeginn vor gut 3 Jahren, während der Hausaufgaben besonders stark. Ablenkbar, unkonzentriert ‚hibbelig‘. Während der Ferien kaum Beschwerden; deshalb vom Kinderarzt zum Psychologen geschickt, dort die ‚Diagnose‘ „Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität“ bekommen mit der Empfehlung Methylphenidat einzusetzen.

Da das Kind danach zu wesensverändert war suchten die Eltern nach Alternativen und landeten schließlich nach etlichen anderen Versuchen bei uns.Kopfgelenk- Dysplasie

Das Röntgenbild spricht eine klare Sprache: Dysplasie von Occiput – Axis mit entsprechend problematischer Biomechanik vor allem bei der Kopf- Vorbeuge. Man hätte sicher gerne Anteflexionsaufnahmen gehabt und das Ausmaß der Bewegungseinschränkung exakt zu dokumentieren. Da sich aber (noch) keine Überlastungszeichen am kaudalen Segment (C2/C3) zeigten haben wir darauf verzichtet.

Neben der Empfehlung, längere Kopf-Vorbeuge zu vermeiden und z.B. bei den Hausaufgaben ein Schrägpult zu verwenden war es einfach schon die Diagnose, die zur Klärung und damit zur Entspannung der schulischen und häuslichen Situation beitrug. Die Eltern konnten so mit den immer noch nicht idealen Schulleistungen umgehen. Es war nicht mehr die ‚Schuld‘ des Jungen, sondern seine Halswirbelsäule, die dem Ganzen zu Grunde lag.

 

Babydorm- Unsinn

Babydrom- Kissen und seine Benutzerin

Wie sich die Säuglinge zu helfen wissen, wenn man sie mit Babydorm traktiert.

Wenn Säuglinge eine fixierte (Schlaf-)Haltung haben kommt es relativ schnell zu Anpassungen der Kopfform. Je nachdem, wie sehr die Eltern selber nervös sind – oder von ihrer Umgebung unter Druck gesetzt werden -suchen sie dann nach Hilfen.
Meist wird dabei das Symptom Schädelasymmetrie mit der Ursache verwechselt. Statt zu überlegen, was wohl dahinter steckt wird einfach gesagt: „Schädelverformung weg – Problem weg!“ – was natürlich Unsinn ist. Diese Mentalität führt aber dazu, dass mehrere Kopfkissen- Modelle angeboten werden, die diesen Schädel- Adaptationen abhelfen sollen. Natürlich ‚medizinisch geprüft‘ etc. – wie jede Zahnpaste heutzutage.

Wenn man das Problem Schädelverformung vom Funktionellen her durchdenkt muß man froh sein, wenn sich so ein kleiner Mensch nicht in das Kissen festmachen läßt. Fragt man sich, was die Schädelform verbessert, ist es vor allem das Bewegen, das die Symmetrie fördert. Also eben nicht in einem vorgeformten Teil fixieren, nicht stundenlang im MaxyCosy festmachen, sondern das aktive Bewegen fördern. Dass dies ungleich besser funktionert, wenn man vorher den Hals freigemacht hat, versteht sich von selbst. die Kinderärzte haben das in ihrer Zeitung bvkj in einem online- Beitrag gut zusammengefasst (Kissen wenig hilfreich)..

Für Realismus und analytisch sauberes Arbeiten

In Heft 1/2011 der Manuellen Medizin wird von Sacher et al. in einem Artikel insinuiert, dass man eigentlich immer den Hals behandeln sollte – auch wenn keine funktionellen Störungen erkennbar sind.

Sicher werden manche für solch eine carte blanche dankbar sein – ob man damit Nicht- Manualtherapeuten das Verständnis für die nachweisebare funktionelle Pathologie der (Hals-)Wirbelsäule erleichtert sei dahingestellt.

Hier ein ausführlicherer Kommentar und die Replik von Sacher(Artikel hier)

Automanipulation auf afrikanisch

…nennt Hans Härtling diese Holzfigur, die er im Hafen von Dakar erstehen konnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Medikamente als Heilmittel oder Droge

Wir sind als Ärzte heute mit einer Fülle wirksamster Medikamente ausgestattet, deren Einsatz auch bei eher banalen Erkrankungen nur allzu verführerisch ist… Diesen Beitrag weiterlesen »

Schwerere Neugeborene auch Geburtshindernis

Auf dem Kongress der Gynaekologen in Berlin wies deren Präsident Vetter auf das gestiegene Geburtsgewicht hin…
(weiter)
Vetter führte an: „Während die Kinder vor rund zwanzig Jahren etwa 3500 Gramm schwer und rund 50 Zentimeter groß waren, wiegen sie heute oft 4000 Gramm bei 52 Zentimetern“. Das führt natürlich auch zu gestiegenen Kopf- und Schulterumfängen, die den Durchtritt durch das Becken erschweren. Nicht zuletzt deshalb kommen immer mehr Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt, je nach Gegend und sozialer Stellung bis über ein Drittel.
Die Gynäkologen haben nun mehr die Probleme der Mütter im Blick, wir denken natürlich daran, dass diese Neugeborenen eine viel größere Chance haben, sich funktionelle Störungen der Halsregion zuzuziehen.
In unserer Praxis sind wir zur Zeit dabei, eine kleine Statistik der Geburtsgewichte zusammenzustellen. Dies dürfte ein Grund unter anderen sein, warum KiSS immer häufiger zu werden scheint.

Sonnencremes schaden meist mehr als sie nützen

Der Kosmetika-Markt ist – vor allem im Sommer – dominiert von allerlei Produkten, die uns und unsere Lieben vor der bösen Sonne schützen sollen. Die Gefahr von Hautkrebs und hier besonders von Melanomen durch übermäßige UV- Exposition ist sattsam bekannt.
Angeblich haben wir ja in den diversen ‚Sonnen-Blockern‘ ein probates Mittel und so sieht man allenthalben die Mütter ihren Nachwuchs am Strand eincremen; selbiger ist davon meist nicht sehr begeistert – wer hat nicht das unangenehm klebrige Gefühl in Erinnerung, wenn sich fettige Creme und Sand zu einer Schmirgelschicht auf der Haut verbinden…
Leider, leider ist es aber durchaus so, dass diese Cremes mehr im Labor als in der Realität schützen und nützen. Im Labor und unter streng standardisierten Bedingungen blocken diese Cremes allerdings gut und effektiv. Schon ungleichmäßiger Auftrag kann aber diesen Schutz zu nichte machen – das hat sich schon seit längerem wohl rumgesprochen.
Was weniger bekannt ist:
Wenn die Cremes nach einiger Zeit in die Haut eingezogen sind _verstärken_ sie sogar den Effekt des UV- Lichts! Sobald sie in den tieferen Schichten angekommen sind, führt dies dazu, dass die freien Sauerstoff- Radikale hier vermehrt produziert werden. (weiter)
Wenn sich das rumspräche und wir wieder einfach so was wie Nivea verwendeten und ansonsten mit der Sonne halt etwas aufpassen – nicht dran zu denken, wie sehr die Kosmetika- Konzerne da weinen würden. In Australien -wo durch dessen ‚Nutzung‘ als Sträflingskolonie im 18. Jahrhundert viele aufsässige (und hellhäutige) Schotten in subtropischen Breiten angelandet wurden – sagt man ganz pragmatisch: „From eleven to three under a tree!“ Reicht doch.

Yoga bitte mit Maßen!

Mein Großvater war – neben seinem Hauptberuf als Schulrat – auch Yogalehrer und mein Kontakt mit Yoga daher früh, intensiv und nicht immer ganz glücklich. Meine legasthenische, linkshändige Art ’sensibilisierten‘ den Großvater wohl so sehr, dass im Gegenzug seine Bemühungen, mich für Yoga zu begeistern – milde gesagt – nicht den von ihm intendierten Effekt hatten.
Dies vorausgeschickt, so wie man ja heute immer die Interessenkonflikte offenlegen sollte bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen ;-)
Nun sollte man nicht vergessen, dass Yoga eine Methodik ist, die in Asien von relativ kleinen und ziemlich gelenkigen Menschen ‚erfunden‘ wurde. Nicht jeder knochige und bewegungsarme Mitteleuropäer kann da so ohne weiteres mithalten. Trotzdem ist natürlich die hier praktizierte Körperkontrolle und das konzentrierte Arbeiten mit den eigenen Muskeln und Gelenken eine wunderbare Sache.
Also: im Prinzip prima und zu unterstützen, aber bitte daran denken, dass eben einige Übungen dabei sind, die gerade denen, die an Hals- Nackenproblemen leiden, nicht empfohlen werden können.
Eine Beilage der Süddeutschen sei dafür Anregung & Beleg: hier dafür Reklame gemacht, ohne auf die durchaus bekannten Risiken bei Wirbelsäulen- Problemen hinzuweisen. Wir zeigen hier – quasi als abschreckendes Beispiel – zwei Übungen, von denen wir unseren Patienten in aller Regel nur abraten können.

Darmflora wichtig

In letzter Zeit liest man auch in ‚klasischen‘ Wissenschaftszeitungen mehr und mehr über die enorm wichtige Rolle der Darmflora (z.B. Nature 2007, 448, 542f).
Wer nun nicht warten will, bis man in Amerika die letzten Geheimnisse der komplexen Wechselwirkung zwischen Wirtsorganismus und Intestinalflora entschlüsselt hat, der kann in altbewährter Weise auf das gute Symbioflor zurückgreifen: (weiter).
Das gibt’s hier bei uns schon seit 50 Jahren. In unserer Praxis eines der am häufigsten verschriebenen Medikamente.
Wenn ein Kind seit Jahren eine orofaciale Hypotonie hat und die dadurch fast obligaten Rachenwegsinfekte – wie häufig – mit Serien von Antibioticagaben behandelt worden waren muß eine Tonusregulierung durch HWS- Manipulation meist mit der Gabe von Symbioflor ergänzt werden. wir beobachteten in den Wintermonaten, dass unsere manuelle Behandlung öfters nicht den Effekt hatte, den wir uns erhofften. Eine Besserung hielt nicht an oder war nicht so ausgeprägt, wie nach der – überprüfbaren – Beseitigung der HWS- Blockierung zu erwarten gewesen wäre.
Ganz häufig waren es Kinder mit Rachenatmung und einer langen Vorgeschichte von HNO- Problemen, bei denen dies zu beobachten war.
Gerade bei unseren belgischen und französischen Patienten kamen dann x-fache Antibiotika- ‚Kuren‘ hinzu.
In diesen Fällen hat sich die Anwendung von Symbioflor sehr bewährt. Sie ist nicht immer nötig; wer neben einem Bio-Bauernhof wohnt und zwei Mal die Woche durch den Kuhstall geht kann sich so seine ‚guten‘ Rachenwegs- und Darmbakterien holen und das Medikament sparen. Aber es hat halt nicht jeder einen Biohof nebenan…

Sonst ist die ‚alteingessene‘ pathologsche Flora stärker.

Haustiere (und ein bißchen Dreck) helfen

Seitdem wir wissen, dass es in der ehemaligen DDR deutlich weniger allergische und Atemwegserkrankungen gab als im ’saubereren‘ Westen wurde die Frage viel untersucht, was da wohl dahintersteckte.
Eine inzwischen wohl gesicherte Erkenntnis dürfte sein, daß das frühe Zusammensein mit gleichaltrigen Kindern den Austausch von Keimen förderte, was zur besseren Abwehr geführt hatte.
Auch Haustiere helfen, das Risiko von gastrointestinalen Erkrankungen (Epid & Infection, 134, 926ff) und Allergien (New Scientist, 7.9.02, 24) zu senken. Zu allem Überfluß spekulieren die Autoren letzterer Arbeit aufgrund ihrer Zahlen, dass auch die Inzidenz von Depressionen in dieser Gruppe niedriger war.

Wofür das neue Manmed hier gut sein soll: Podium, Austausch & Filter


Vor etlichen Generationen war das Finden und Besitzen von Informationen – in der Regel in gedruckter Form – fast ein Wert an sich. Ich erinnere mich, dass mir mein Großvater in den sechziger Jahren sagte: „Jedes Buch hat eine Seele. Man wirft nie ein Buch weg“. Diesen Beitrag weiterlesen »