Traktion als Behandlungprinzip bei ‚ganz erwachsenen‘ Patienten

Jeder, der die Halbzeitfeiern um den 50. Geburtstag hinter sich hat, kennt das sich langsam eingeschlichen habende Gefühl des immer unbeweglicher Werdens. Es geht dabei nicht (nur) um die Tatsache, dass die Beweglichkeit der Kopfwendung oder der Hüften nicht mehr so ist wie früher – das variiert sehr von Mensch zu Mensch und muß gar nicht sooo dramatisch ausfallen. Was aber fast alle – und fast alle gleichzeitig- merken ist, dass die Elastizität der Gewebe nachläßt. Bestes und häufigstes Beispiel ist die nachlassende Akkomodationsfähigkeit der Augen. Das führt dazu, dass auch diejenigen, die nie eine Brille brauchten, jetzt (meist fürs Lesen) mit selbigem Gerät ausgerüstet sind.

Aus der Sportphysiologie kennen wir Untersuchungen, die messen, um wieviel ein Gewebe verlängert wird, wenn es mehrmals unter Zug kommt. Die Verzögerung der Rückkehr auf den ursprünglichen Zustand kann man ganz gut messen, und diese Hysterese ist ein Maß für die Elastizität. Nachlassend, schon ab den 20gern, aber da merkt man es noch nicht so gut. In der Physik nutzt man dies vor allem beim Beschreiben magnetischer Phänomene, für Elastizitätsüberlegungen gelten grosso modo dieselben Prinzipien.

Diese Tendenz von Muskutatur und Bindegewebe, einen einmal eingenommenen Kontraktionszustand nicht mehr völlig zu verlassen, führt dazu, dass sich die AKippliege aus Osteuropa npreß- Drücke in den Gelenken immer mehr erhöhen. Dadurch wird die Zirkulation der Synovialflüssigkeit massiv erschwert, was wiederum dazu führt, dass der Knorpel – vor allem in den Belastungszonen – schlechter und schlechter ernährt wird. Dies führt zu Verschiebung des pH- Werts und zur Erniedrigung des O2- Partialdrucks. Algogene Substanzen werden ausgeschüttet, die dem Gelenk zugeordneten Muskeln aktiviert und so in der Regel der Anpreßdruck noch weiter erhöht. Ein Teufelskreis.

Alle Stretching- Übungen, die den Patienten gerne empfohlen werden, hauen in dieselber Kerbe., d.h. auch sie führen zu mehr Druck auf den Knorpel. Die einzige Möglichkeit, hier gegenzuwirken ist es, axiale Traktion anzuwenden. Das kann man im Bereich der unteren Extremität recht einfach (s. Foto). Viele sind schon auf diese Idee gekommen und bei Rückenschmerzen, die durch eingeschränkte Hüftfunktion ausgelöst werden, ist diese einfache Traktion ein Segen.

Ähnliches gilt für die Hals/Nackenregion. Hier kommt es schon durch unsere ‚physiologische‘ Schrumpfung zu vermehrtem Anpreßdruck zwischen Kopf und Schultergürtel. Wenn dann noch eine CMD dazukommt dekompensiert das in selten, mit pseudo-radikulären Beschwerden in Arm und Händen. Dann wird schnell ein MRI gemacht und die dort sichtbaren Veränderungen an den Bandscheiben als ursächlich angesehen. Sind sie aber nicht, sondern nur ein Co-Symptom der chronisch verkürzen Nackenmuskeln.

Aus eigener Leidensgeschichte kamen wir zu einer Lösung, die den klassischen Glisson- Therapien weit überlegen ist. Das Nexus- Traktionskissen behelligt die Kiefergelenke nicht, die beim Glisson unter Druck gesetzt werden und die Richtung des Zugs ist physiologisch, d.h. axial. Zudem kann man kaum etwas falsch machen, da nur das eigene Kopfgewicht als Kraft auftritt, also eine sichere Begrenzung der einwirkenden Energie gewährleistet ist. Nach über zweitausend Kissen in Gebrauch kann aufgrund der vorhandenen Nexus grauRückmeldungen gesagt werden , dass wir hier ein probates Mittel in der Hand haben, gezielt symptomatisch zu arbeiten.

Natürlich wäre es schöner, kausal vorzugehen, aber meist sind es die Lebensumstände oder andere unbeeinflußbare  Dinge, die dies unmöglich machen. So hat man damit wenigstens etwas zur Verfügung, was die Patienten selbstständig einsetzen können – auch das ein wichtiger Aspekt.

Mehr Infos zu Handhabung etc. hier.

 

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