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Manualmedizin
K i S S - Informationsblatt (KopfgelenkInduzierte SymmetrieStörung)


Sie haben ein Asymmetrie-Problem bei Ihrem Kind bemerkt, das Ihnen als auffällig erscheint, und Sie wissen nicht, ob und wie geholfen werden kann oder muss. Wahrscheinlich ging ein Gespräch mit Kinderarzt/ärztin oder der Physiotherapeutin voraus. Ergänzend möchte ich Ihnen im folgenden einige Erläuterungen zur Diagnose und Therapie einer Symmetriestörung der oberen Halswirbelsäule geben.

Wir haben im Laufe der Jahre gemerkt, dass viele Symmetrieprobleme von Kleinkindern sich durch die angepasste Behandlung der oberen Halswirbelsäule günstig beeinflussen lassen. Unser verstorbener Freund und Lehrer GUTMANN hatte schon in den fünfziger Jahren Einzelbeobachtungen gemacht, die wir in den letzten beiden Jahrzehnten systematisieren konnten.
Inzwischen sind mehr als 10.000 Babys im Alter unter 2 Jahren behandelt worden. Auf der Basis der Auswertung dieser Krankengeschichten können wir einige allgemeingültige Aussagen treffen: Im Vordergrund stehen bei den Kopfgelenk induzierten Symmetrie Störungen (kurz ,,KiSS") Schiefhals, Überstreckung im Rücken, Gesichtsasymmetrie und unterschiedliche Benutzung von Armen und Beinen. Wir wissen im Einzelfall nie genau, wie viel wir durch die Behandlung der oberen Halswirbelsäule bessern können, doch bei über zwei Dritteln der Kinder genügt eine einzige Behandlung, um einen durchgreifenden Erfolg zu erzielen oder eine später noch nötige Krankengymnastik bedeutend zu vereinfachen.

Der Vergleich unserer kleinen Patienten mit Gesamtstatistiken lehrte uns, dass eine lange bzw. erschwerte Geburt mit der Hilfe einer Saugglocke, einer geburtshilflichen Zange oder eines Notfall-Kaiserschnittes ursächlich mit einer Asymmetrie-Symptomatik zusammenhängen können. Auch Schieflagen im Mutterleib (Steißlage, Becken-Endlage) sind als Risikofaktoren ernst zunehmen. Dazu passt die Beobachtung, dss Zwillinge in dieser Gruppe häufiger als es dem statistischen Durchschnitt entspräche, zu finden sind. In den letzten Jahren hat sich auch gezeigt, dass in Familien häufig Probleme auftreten, die vom Vater auf den Sohn oder von der Mutter auf die Tochter weitergegeben wurden. Es handelt sich dabei offensichtlich um eine geschlechtsgebundene genetische Disposition.

Um die Babys gründlich untersuchen zu können, müssen wir die Halswirbelsäule im Röntgenbild beurteilen. Dabei reicht bei Säuglingen ein Bild von vorn, bei Kindern über anderthalb Jahren möchten wir auch noch die seitliche Aufnahme mit in die Untersuchung einbeziehen. Auf dieser Basis der Vorgeschichte, unter Berücksichtigung des Untersuchungsbefundes und bei Kenntnis der Röntgenanatomie können wir dann die Behandlungstechnik festlegen.

Die Behandlung selbst besteht in einer vergleichsweise sanften Manipulation der obersten Halswirbel (ein kleiner Impuls, vergleichbar einem kurzen Klingelkopfdruck), wobei die genaue Technik von Fall zu Fall unterschiedlich ist.

Welche Auffälligkeiten berichten uns die Eltern?

· Schiefhaltung des Kopfes bis zur Zwangshaltung

· Kopfhalteschwäche und/oder ausgeprägte Kopfrückbeuge

· Einseitige Schlafhaltung des Kindes

· Asymmetrie der Bewegungen von Armen und Beinen

· Einseitige Haltung des Rumpfes

· Reifungsprobleme der Hüftgelenke, oft einseitig

· Fehlstellungen der Füßchen, bis hin zum Sichelfuß

· Schlafstörungen, Schreien im Schlaf

· ,,Haare-Raufen", hohe Tastempfindlichkeit des Nackens

· Schädelasymmetrie, im Gesicht und/oder am Hinterkopf
 

Auch andere Symptome haben wir bei unseren kleinen Patienten gehäuft beobachtet (und natürlich auch deren Verschwinden nach der Behandlung). Dazu gehören Schlafstörungen, Trinkstörungen, häufiges nächtliches Weinen, motorische Unruhe, einseitiges Bewegen der Extremitäten und des Rumpfes, unklares Fieber und anderes. Diese Beschwerden können andere Ursachen haben. Wir nutzen unsere große Erfahrung, um die, wie wir sagen “Differentialdiagnose” zu beachten. Wenn Sie unmittelbar im Anschluss an die Behandlung beobachten, dass sich hier etwas ändert, verbessert oder verschwindet, spricht das natürlich für einen Zusammenhang, die Diagnose muss also richtig gewesen sein.
 

Noch einiges zur weiteren Entwicklung

Vier Wochen nach der Behandlung sollten Sie am Heimatort von Kinderarzt oder Physiotherapeuten den Behandlungseffekt überprüfen lassen. Hierbei wird dann auch festgelegt, welche weiteren Maßnahmen noch nötig sind. Wenn die Kollegen (innen) eine Wiedervorstellung bei uns für sinnvoll halten, machen Sie bitte einen Kontrolltermin aus; ca. 15 % der Kleinen müssen im ersten Jahr nochmals behandelt werden.

Ein wichtiges Zeichen der von der Halswirbelsäule kommenden Beschwerden ist die Rückbeuge des Kopfes, eine Schonhaltung für diesen Abschnitt; ein Vorwärtskrümmen der Wirbelsäule wird vermieden. Deshalb sitzen diese Kinder ungern, und auch das Krabbeln wird eher vermieden; sie stehen oft schon sehr früh und wollen sich überall hochziehen. Sehr zur Freude der stolzen Familie, die ganz erstaunt ist, wenn wir ihnen eröffnen, dass es dem Kleinen viel zuträglicher wäre, erst in Ruhe die Krabbelphase zu durchlaufen. Nach der Behandlung sollte sich auch diese Bewegungseinschränkung normalisieren. Manipulation und Physiotherapie können und sollen kombiniert werden; ein erfolgreich behandeltes Baby kann viel besser physiotherapeutisch behandelt werden und der geschulte Blick der Physiotherapeuten unterstützt uns bei der Verlaufsbeobachtung. Wichtig ist, einen ausreichend langen Zeitraum nach der Kopfgelenksmanipulation verstreichen zu lassen. Wird zu schnell, zu intensiv oder zu häufig behandelt, verschlechtert sich das Ergebnis wieder. “Viel hilft viel” stimmt auch hier nicht. Wir empfehlen, bis vier Wochen nach der Manipulation keine Krankengymnastik machen zu lassen, da dies unserer Erfahrung nach zu viel Unruhe bringt und das Ergebnis deutlich verschlechtert. Bei einem Drittel der Kinder wird man danach mit Krankengymnastik weitermachen müssen.

Bei Eltern, die den dramatischen Besserungseffekt der Impulsbehandlung miterlebt haben, entsteht manchmal eine Überbesorgtheit. Jede kleine Haltungsstörung treibt sie zum Arzt. Man sollte da nicht übertreiben; Sie müssen in der Nachbehandlungsphase keine besondere Vorsicht walten lassen. Bei Erkältungen oder anderen Anstrengungen kann es sein, dass Ihr Kind den Kopf für einige Tage wieder schiefer hält; das ist noch kein Grund zur Sorge. Erst wenn sich diese Fehlhaltung über mehr als zwei Wochen fortsetzt, sollte man an eine Kontrolluntersuchung denken; rufen Sie uns im Zweifelsfalle ruhig an!

Bitte bringen Sie Ihr Kind spätestens vor der Einschulung nochmals zur Untersuchung zu uns oder einem entsprechend versierten Kollegen, um die Halswirbelsäule kontrollieren zu lassen. An diesem einschneidenden Übergang vom freien Spielen zu überwiegendem Sitzen kommt es leicht zu durch Haltung bedingten Beschwerden, die bei Kindern nur schwer als solche zu erkennen sind. Bei Babys, in deren Verwandtschaft “Skoliose der Wirbelsäule” als Krankheit o.ä. bekannt ist, sollte man regelmäßiger - d.h. alle drei Monate - kontrollieren. Ob dies bei uns oder am Heimatort durch den dortigen Kinderarzt oder Kinderorthopäden geschieht, besprechen wir mit Ihnen.

Dr. med. Lutz Erik Koch
Brennofenweg 40
24340 Eckernförde
Tel. 04351/42275
Fax: 04351/42270
http://www.kiss-kinder.de
Dr. med. Heiner Biedermann
Kampstr. 36
44137 Dortmund
0231 9142630
0231 9142632
http://www.manmed.de/ 

  
  
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