Logo EWMM
transparentHomeSiteBalkenThemenBalkenTermineBalkenBibliographieBalkenLinksBalkenKontaktBalkenSuchen

transparent

Veranstaltungen:
Rückblicke

 

 

Rückblick Workshop Antwerpen Mai 2003

Der jährliche EWMM- Workshop fand diesmal am 23. -24. Mai statt.
Zwar waren wir nicht wie in den letzten Jahren verwöhnt vom Wetter, aber die gehaltenen Referate boten eine mehr als ausreichende Entschädigung dafür.

Es begann mit den ‚Standards' Röntgen-Diagnositk und interessanten Fallbeispielen, mit denen Biedermann das Treffen eröffnete und in denen einmal mehr deutlich wurde, wie viel Informationen man aus den guten alten Routineaufnahmen der Wirbelsäule herausholen kann, wenn man nur zu schauen weiß.

Anschließend widmete sich Henk Mohr (Ede/NL) den Zusammenhängen zwischen frühkindlicher KiSS- Problematik und späteren Haltungsproblemen, insbesondere Skoliose.
[Werde versuchen, Henks Referat zu bekommen]

Danach fasste Sacher (Dortmund) die Arbeiten zur Entwicklung der Kopfgelenke zusammen, die er und Biedermann in den letzten Jahren kompiliert hatten. Er wies darauf hin, dass die Auswertung von über tausend Röntgenbildern Neugeborener zeigen konnte, dass der frontale Kondylenwinkel kurz nach Geburt fast horizontal ist und somit die von Biedermann postulierte Verlagerung des Atlas in die Konvexität bei der Seitneigung bei Kleinkindern durchaus mit den biomechanischen Gegebenheiten in Übereinstimmung zu bringen ist. Auch der saggittale Kondylenwinkel ist in den ersten 10 Lebensmonaten viel flacher. Dies ist ein zusätzliches Argument für die große mechanische Irritierbarkeit dieser Region im ersten Lebensjahr. Die Stabilität kann nur muskulär (und damit durch die Steuerung) geleistet werden, und hier ist eine frühzeitige Normalisierung sicher sinnvoll.

Kopfgelenke Seitneigung

Auch am Freitag Nachmittag wurden weiter Röntgenbilder und dazugehörige Fälle vorgestellt und diskutiert. Nach der Kaffeepause kamen die beiden ‚fachfremden' Referate und damit die Höhepunkte des ersten Tages:

Prof. Onur Güntürkün (Ordinarius Biopsychologie Uni Bochum) berichtete über seine Forschungen zur Hirnlateralisierung (mehr: http://www.bio.psy.ruhr-uni-bochum.de ). Er stützte sich dabei auf einen Artikel, der kurz vorher in Nature erschienen war und wo er anhand der von ihm auf Flughäfen und an anderen öffentlichen Plätzen beobachteten Kusstechniken die Seitenbevorzugung beim Homo sapiens dokumentieren konnte (http://www.nature.com/nsu/030210/030210-7.html). Dass es dabei auch um Kiss ging, verlieh dem Ganzen noch eine zusätzliche Relevanz für unseren Kreis...
Es dürfte nicht erstaunen, dass sich aus diesem Referat eine lebhafte Diskussion entwickelte.

Prof. Onur Güntürkün

Dann kam Prof. Fischer (Historiker, Uni Trier http://www.uni-trier.de ) zum Zuge, der uns anhand seiner profunden Kenntnis der Wissenschaftsgeschichte einige Beispiele für den schwierigen Weg zur Wahrheit aufzeigte (Referat: PDF-Datei).

Prof. Fischer

Nach dieser durchaus nicht leichten Kost und der dranhängenden Diskussion war der Abend im Restaurant an der Schelde eine willkommene Entspannung.

Am zweiten Tag wurde - samstagsgerecht - erst um 10.00 begonnen, was zu relativ pünktlichem Erscheinen der Teilnehmer führte.

Wie schon in den letzten Jahren war dieser Tag ganz den Referaten der Teilnehmer gewidmet. "Jeder, der kommt, bringt etwas mit" ist ja eines der Mottos des Antwerpener Workshops, und auch in diesem Jahr waren wieder Beiträge verschiedenster Provenienz vertreten.

Neben Referaten zur Fuß-Reflexzonenmassage (Schulze-Lehmann, Berlin) gab es Kasuistisches zu KiSS und Schwindel (Theiler, Olten/CH) und auch zu den Fallgruben, die einem eine ‚einfache' Anamnese manchmal bereithält, wenn man nicht aufpasst (Maggi, Zürich/CH und Butti, Althäusern/CH).
Phlix (Hasselt/B) berichtete über einen Fall mit Spasmus des M. orbicularis oculi und dessen Behandlung mit Manualmedizin.

Hanne Kühnen als Kinderärztin (Kevelaer) hielt ein sehr anregendes Referat über die "ganzheitliche Sicht" die sie als Grundlage einer erfolgreichen Manualmedizinischen Behandlung sah.

Im zweiten Teil des Tages ging es zu Beginn um die Rolle persistierender Reflexe beim Schleudertrauma.
Menne (Burgdorf) referierte dabei seine Erfahrungen mit der von Goddard vertretenen Theorie der wichtigen Rolle dieser nicht korrekt abgebauten Reflexe in der späteren Biomechanik
(siehe http://www.inpp.org.uk/INPP_7_2_publications.htm ).
Dirk Pajonk (Düsseldorf) als ehemaliger Zehnkampf- Meister war schließlich ein passender Referent für ein Referat zum Thema Leistungssport und Doping.
Der therapeutische Einsatz der Hyaluronsäure war das Thema eines Referates von Schubert (Bochum), der zum einen die guten Resultate präsentierte, aber auch auf die zum Teil sehr fragwürdige Preispolitik bei dieser Präparategruppe hinwies.
Lensch (Saarbrücken) präsentierte ein Video mit seinem Behandlungsansatz bei HWS-Blockaden.
Dreisieker (Meerbusch) berichtete über seine Erfahrungen mit der Schockwellentherapie bei Epicondalgien, und - last not least - Rädel (Herne) über 3D-Vermessung und Einlagenversorgung.
Die Vielfalt der Eindrücke macht es schwer, hier den besten Vortrag herauszuheben und so sei abschließend nur betont, dass man wie schon in den Jahren vorher wieder mit einer Überfülle von Eindrücken und Informationen am Samstag Abend die Tagungsstätte verließ.

Publikum

- Bis zum nächsten Mal!

 

 

 

Grafik unten