HWS- Rö: Die Einstellung macht’s

Projektion und (Fehl-)Diagnose

Beim HWS- Röntgen kommt es – mehr noch als bei anderen Körperregionen – auf die saubere und verläßliche Einstellung an. Schon ein ungenaues Ausrichten des Zentralstrahls kann den diagnostischen Wert einer Aufnahme gegen Null bringen, oder gar dazu führen, dass Artefakte als Pathologien interpretiert werden.

Projektion und (Fehl-)Diagnose  Dafür hier ein Beispiel aus den letzten Wochen: Auf der mitgebrachten Aufnahme ist eine recht unübersichtliche Situation der oberen HWS abgebildet. Der 8jährige Junge war uns überwiesen worden mit der Bitte, die auf dem mitgegebenen Röntgenbild sichtbare kopfgelenk- Dysplasie exakter zu diagnostizieren und ggf. die Indikation für ein MRI zu stellen.

Schauen wir uns also diese Fremdaufnahme mal in Ruhe an:

Die Wirbelsäule ist relativ gestreckt, aber nicht massiv verspannt. Man sieht, dass die Mandibularäste auseinanderprojiziert sind. Der Atlas scheint dysplastisch, ein Zacken ist im Foramen erkennbar und der Abstand zwischen Axis und Atlas ist auch relativ groß. Die Wirbelgelenke sind auseinanderprojiziert.

Bei Analyse dieser Fakten wird deutlich, dass dieses Bild (wie immer noch recht regelmäßig) auf C6/C7 zentriert ist. Dadurch wird die obere HWS nicht orthograd abgebildet, vor allem dann nicht, wenn der Film-Focus Abstand wie hier recht klein ist.

Wir haben daraufhin mit den Eltern gesprochen und den Jungen noch mal geröngt. Das Ergebnis:

 

HWS seitlich mit korrekter Position

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