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H. Biedermann
Literaturliste & Kongreßbeiträge (Auswahl)

Artikel-Schlagworte: „Manualmedizin“

Die schwierige Verifizierbarkeit der Manualmedizin

Ein Behandlungsansatz, der sich vor allem mit funktionellen Problemen beschäftigt, hat es heutzutage schwer. Die Klassische Sequenz ist Problem-Dokumentation mit Labo, Röntgen etc.- Diagnose-Therapie. Davon weicht die Manualmedizin (MM) insofern ab, als sie bei vielen Beschwerdebildern ganz andere Ursachen in den Vordergrund stellt, die zwar neue Ansatzpunkte ergeben, aber eben auch nicht ins gewohnte Schema passen.

Es gab einmal eine honorige Organisation, die sich – eigentlich – zum Ziel gesetzt hatte, die Manualmedizin auf solide wissenschaftliche Basis zu stellen. Sie nannte sich ganz ‚unprätentiös‘ International Academy of Manual Musculosceletal Medicine (IAMMM) – zum Titel kann man seine Gedanken haben.

Nun, das Projekt ist nicht sehr erfolgreich gewesen – to put it mildly...  Die wissenschaftliche Absicherung ist kaum mit den gängigen Mitteln der doppelt-blind-Studie zu leisten, wenn die Effekte so kontextabhängig sind wie bei der MM Es ist durchaus erstaunlich, wie lang viele Leute an einem offensichtlich zum Scheitern verurteilten Projekt festhalten, wenn erst der Herdentrieb voll eingesetzt hat. Zum Thema einige Bemerkungen (Glanz_Elend_MM_2405).

Über Chiropraktik, gehört

Manchmal hat man ja einen etwas anrüchigen Stammbaum (beruflich ;-), den man nicht sooo gerne vor aller Augen ausbreiten will, aber was solls!

Da kommt der Hinweis eines Freundes, daß er beim Stöbern in den WDR- Archiven was über die Vorläufer der Manualmedizin gefunden hat, gerade recht: hier hören. Man hat dann einen etwas besseren Blick darauf, daß es ein langer Weg war bis zu einer wissenschaftlich fundierten Chirotherapie…

 

Die Seele der manuellen Medizin

Stoddard (1959) Untersuchung Thorax

Stoddard (1959)
Untersuchung Thorax

Manchmal kann man die Idee bekommen, Manualmedizin sei etwas für grumpy old men und irgendwie eine Abart irgendwelcher krankengymnastischen Techniken, und Osteopathie oder craniosacrale Therapie ohnehin viel ‚wissenschaftlicher‘ – oder zumindest hipper.

Dies Bild aus einer Monographie von A.Stoddard aus den 50ger Jahren demonstriert, wie man bei Untersuchung und Behandlung dem Patienten nahe kommt. Diese Untersuchung sieht in allen erwähnten Methodiken übrigens recht ähnlich aus…

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Der Naegeli

Dieses ‚Urgestein‘ der Manualmedizin wurde 1952 von meinem Vater neu herausgegeben – auch und nicht zuletzt, um zu zeigen, aus wie vielen Quellen sich die aktuelle Manualmedizin speist. Gerade in sehr ‚handwerklichen‘ Disziplinen ist ja die Versuchung groß, sich als Erfinder von etwas ganz Neuem zu gebärden…

Naegeli - Nervenleiden

Naegeli – Nervenleiden

Der Nägeli hatte 4. Auflagen, sogar der Spiegel war damals in den 50gern der Chiropraktik wohlgesonnener als heute (hier war mal ein Verwies auf das Spiegel- Archiv, den gibts da aber nicht mehr – leider).

Wir hatten – nachdem das Buch nicht mehr lieferbar war bei Haug – ein Exemplar digital erfaßt. Zugegebenermaßen nicht auf dem Stand von 2013, aber zumindest hat man so alles Material. Es ist ein recht dickes Brett (7mb), aber wer es sich runterladen will möge das tun.
( hier klicken Naegeli1).

Bucharchiv online

Hier haben wir die Bücher zusammengefaßt, die wir online anbieten können. Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Nadel im Heuhaufen oder: Was gibt es Neues in der Manuellen Medizin?

…ist natürlich die Frage aller, die sich editorisch mit diesem Gebiet beschäftigen und ihre Relevanz nicht von der Hand zu weisen. Es hat auch Nachteile, zu einem der ältesten Zweige der Medizin zu gehören – viel echt Neues ist nicht zu erwarten.

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Stellungnahme zum Plagiocephalieartikel in kja

In der Zeitschrift der Kinder- und Jugendärzte ist ein Artikel erschienen, der bei etlichen Kollegen Unsicherheit ausgelöst hat, wie mit Säuglingen mit Schädelasymmetrie am besten zu verfahren sei.

Ich habe versucht, die im Text vorgebrachten Argumente zu beleuchten und unsere funktionelle Sichtweise dagegen zu setzen. Wichtig ist hier vor allem, die beiden Argumentationsebenen zu trennen: zu Beginn wird formal richtig auf Physiotherapie und Manualmedizin als Option hingeweisen, dann aber sofort durch die Aufwendigkeit der Meßverfahrfen schon suggeriert, ‚daß da was Ernstes ist‘ – und dann ist es nicht mehr weit zu den zum Teil fast justiziablen Argumenten, die ich in der Stellungnahme zitiert habe.

Artikel (Plagio_Stn_bvkj1011)

Impfen und Manualmedizin

Wir haben immer mal wieder gesehen, dass es besser ist, die kleinen Patienten nach der Behandlung in Ruhe zu lassen um sie nicht zu überlasten.
Jetzt fiel uns auf, dass vor allem im Herbst deutlichere Erstverschlimmerungen nach Behandlung bei uns auftreten können.
Nachdem wir systematisch fragten stellte sich dabei sehr oft heraus, dass eine Impfung unmittelbar vor oder nach unserer Manualtherapie stattgefunden hatte.
Das langfristige Ergebnis wird dadurch nicht verschlechtert, aber die Eltern – und natürlich auch das Baby – haben ein paar unnötig stressige Tage. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass man im Herbst ohnehin schneller Atemwegsinfekte aufliest, und dann dieser Infekt, der ‚künstliche‘ Infekt der Impfung und der Streß der Manualtherapie zusammenkommen.
Deshalb nochmals die Bitte an die Eltern:
Geben Sie Ihrem Kind vor und nach der Behandlung durch einen Manualmediziner einige Tage Zeit. So vermeidet man überschießende Reaktionen.

Atlasprof – ein Titan der Karpaten?

– so ließ sich der rumänische Diktator Ceausescu nennen. Hat ihm schlußendlich nicht viel geholfen, aber bis man ihn – auf wenig elegante Weise – losgeworden war, litt das Land schrecklich.
Soll also keiner die Macht des Wortes unterschätzen.

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Wofür das neue Manmed hier gut sein soll: Podium, Austausch & Filter


Vor etlichen Generationen war das Finden und Besitzen von Informationen – in der Regel in gedruckter Form – fast ein Wert an sich. Ich erinnere mich, dass mir mein Großvater in den sechziger Jahren sagte: „Jedes Buch hat eine Seele. Man wirft nie ein Buch weg“. Diesen Beitrag weiterlesen »