Verzahnen von manualmedizinischer Behandlung mit anderen Therapieansätzen

Wenn Manualmedizin nicht nur als ‚Tool‘ in einem anderen Konzept benutzt wird, sondern definierende Basis ärztlichen Handelns ist, bedeutet dies, dass die Funktionsanalyse des muskuloskeletalen Apparats im Mittelpunkt von Diagnostik und Therpie stehen. Gerade bei Kindern und Säuglingen hat man damit ja auch seine Erfolge. Aber alles kann besser, wie man richtig zu sagen pflegt und gerade in den Wintermonaten haben wir gemerkt, dass unsere Therapie nicht so sauber anschlug wie wir das gewohnt waren.

Manchmal sind die Kollegen weit weg …

Also muß  man über den Tellerrand raussehen und merkt dann, dass andere Funktionssysteme sehr eng mit unserem Arbeitsbereich interagieren. Gerade bei Babies und Kindern sind dies:

  • HNO
  • Zahnheilkunde
  • Neurologie

… um nur einige zu nennen.
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Nexus bei Jüngeren

.In der letzten Monaten haben wir eine neue Indikation für die Traktion des Nackens mit dem Nexus entdeckt: (Nexus_Adult) .

Anfangs kam gar nicht die Idee, bei Jungen – mit Elastizität im Bindegewebe – eine Traktion zu benötigen. Aber man lernt in der Praxis..

Über Chiropraktik, gehört

Manchmal hat man ja einen etwas anrüchigen Stammbaum (beruflich ;-), den man nicht sooo gerne vor aller Augen ausbreiten will, aber was solls!

Da kommt der Hinweis eines Freundes, daß er beim Stöbern in den WDR- Archiven was über die Vorläufer der Manualmedizin gefunden hat, gerade recht: hier hören. Man hat dann einen etwas besseren Blick darauf, daß es ein langer Weg war bis zu einer wissenschaftlich fundierten Chirotherapie…

 

Reflux bei Säuglingen (?)

Am Eisschrank

Man muß sich oft zusammenreißen und noch mal von vorne anfangen …

Aus Belgien schwappt eine Welle zu uns nach Deutschland rüber, die man eigentlich belächeln könnte, wenn ihr Effekte nicht so massiv wären. Fast alle Kleinkinder, die wir aus Belgien behandeln, haben zu hause oft massiv H2- Blocker oder PPI (ProtonenPumpen- Inhibitoren) bekommen. Daß dies keine Kleinigkeit ist, spricht sich ganz langsam rum. Wir haben hier schon mehrmals dazu Stellung bezogen, daß mit dem schlichten Abblocken der Säureproduktion das Problem wohl vor allem verlagert wird, und nicht die Säureproduktion an sich, sondern der Basenbedarf erforscht werden sollte, da sonst der nächste große Puffermechanismus, der Calciumhaushalt, angezapft wird. Wieviel unsere ‚moderne‘ Ernährung dabei mitspielt ist auch nicht untersucht…

Aber das ist eine Diskussion, die bei Erwachsenen geführt wird. Bei Kleinkindern liegt kein Reflux vor, weil Säuglinge noch keinen geschlossenen Mageneingang haben.

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ADHD- Fortbildung in der Huhnsgasse

ADHD

 

 

Was nicht passt –

wird passend gemacht…

 

 

Die ’schwierigen‘ Schüler als Problem gibt es, seitdem Schulen nicht mehr eine Minderheitenaktivität sind, also sicher seit 150- 200 Jahren. Von den Lausbubengeschichten Ludwig Tomas bis zur Pippi Langstumpf Astrid Lindgrens zieht sich ein bunter Bogen durch die Literatur.

Liest man gerne – will man nicht zu hause haben. Hinter fast jedem ’schwierigen‘ Schüler verbirgt sich eine oft nicht sehr lustige Vorgeschichte, die es zumindest ansatzweise zu verstehen gilt. Hier sind wir Ärztinnen und Ärzte ganzheitlich gefordert, auch wenn dies Adjektiv ein ‚Geschmäckle‘ hat …

In den letzten Jahren ist nun die Springflut der medikamentösen Therapie über diese Familien gekommen, und es ist immer schwieriger für diejenigen, die sich den ‚einfachen‘ Lösungen nicht zufrieden geben wollen, da gegen zu halten. Man sollte die Angebote der Pharmaindustrie nicht in Bausch und Bogen ablehnen, aber ebenso wie bei vielen anderen ‚wirksamen‘ Therapien (Antibiotika, Cortison etc.) sehr kritisch abwägen und die Langzeit- Perspektive nicht vergessen- und vor allem die psychischen, sozialen und letztlich auch biomechanischen (unsere) Aspekte nicht vergessen.

Das war Das Thema des Workshops am  10.10.15e in der Praxis (Details hier: ADHD-Fortbildung 10.10.15).

Das Plenum

Christoph Türcke referiert

Die Teilnehmer wurden mit diversen Aspekten des ADHD- Komplexes bekannt gemacht, und so ergab sich eine durchaus lebhaft, aber einig geführte Diskussion, die dann in einem ‚würzigen‘ Dinner ausmündete. Wie dem  Programm zu entnehmen,  spannte sich der Bogen vom ganz Globalen bis zur konkreten Vorgehensweise und Berichten über die Validierung unserer Arbeit.

Wir werden weitere Termine anbieten …

 

EWMM- Treff 2015: 19.&20. Juni in Antwerpen – gewesen

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Drauf Klicken vergrößert

Das Treffen ist vorbei und wir schauen zurück.

So langsam kommt alles zusammen: zum einen die Collage von Fotos der beiden Tage,des weiteren die Infos und Verweise, die den einzelnen Refereten zugeordnet sind. Wir hatten das Glück, dass der ‚Zomer van Antwerpen‘ eben angefangen hatte, und gleich mit einem Knaller, den beiden Riesen (De Reuzen) – weshalb der kleinere Riese auch auf unserer Workshop-Collage auftaucht.

Hier schon mal eine erste Zusammenfassung (Antwerpen_15_BM_HB)..

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Magenleid und Knochenschmerzen

Was oft etwas herablassend als Polypragmasie bezeichnet wird ist für den behandelnden Arzt oft die beste Vorgehensweise, um bei den allfälligen ‚Passungsstörungen‚ (wie v. Uexküll das nannte) einen gangbaren Weg für seine Patienten zu finden. Erst wenn man mal systematisch schaut merkt man, wie viele unter ihnen ein durch chronische Magenbeschwerden (mit-)geprägtes Beschwerdemuster haben. Gerade wenn die Patienten berichten, dass sie „alle vier Wochen wieder die rausgesprungenen Rippen einrenken lassen“ sollte man aufhorchen und sich den Magen bzw. die Oberbauchregion palpatorisch vornehmen. Wenn sich dann da eine relevante Resistenz palpieren läßt und die Anamnese paßt, liegt der Verbund mit der Head’schen Zone des Magens in der Interscapularregion nicht allzu fern.

Das ist die direkte projizierte Schmerz- Symptomatik, bei der Magenleiden eine Rolle spielen. Komplexer ist der Zusammenhang, wenn man an die vielen Patienten denkt, die chronisch H2- Blocker schlucken. Hier sind inzwischen die Zusammenhänge mit vermehrt auftretender Osteoporose epidemiologisch recht gut nachgewiesen. Der anhängige kleine Text faßt das zusammen (Magen & Rücken)

 

KiSS ist kein Syndrom

Immer wieder wird mir von Verlagsseite oder auch von Editoren der Fachzeitungen der Begriff ‚Syndrom‘ in Verbindung mit KiSS angetragen. Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass ich da auch manchmal nachgegeben habe, eigentlich eher aus Gutmütigkeit bzw. Nachlässigkeit. Diesen Beitrag weiterlesen »

Fortbildung in der Huhnsgasse 34 : Rückblick auf den Treff am 29.11. 2013

 

Freitag 29. 11. war das Thema

Manualmedizin & HNO

Unser klinischer Visitetag war – denke ich – gemütlich und anregend für alle. Besonders schön war, dass die Teilnehmer sich einbrachten, je nach den Jahren der Erfahrung natürlich mehr oder weniger, aber eben als Diskussion unter Kollegen. Nicole Stuhrmann aus der Heidelberger HNO konnte da mit ihrer klinischen Expertise punkten.  Als Pädaudiologin und Phonaterin und in Heidelberg so etwas wie die Nachfolgerin von Manfred Hülse, der sich ja intensiv mit der Verbindung zwischen Manualmedizin und HNO auseinandergesetzt hat. Sie berichtete aus ihrer Arbeit und führte Tipps&Tricks auch am lebenden Objekt vor (s. Fotos).

Klinische Visite und Diskussion unter Kollegen
Klinische Visite und Diskussion unter Kollegen

Wir ‚Insassen‘ der Huhnsgassen- Praxis berichteten aus unserer Arbeit und stellten interessante Kasuistiken der letzten Wochen vor, durchaus nicht als ‚happy-end-Geschichten‘, sondern eben mit all den Haken&Ösen, die die Auseinandersetzung mit komplizierten und x-fach vorbehandelten Patientenbeschwerden so mit sich bringt. Ein Referat über die Komplexität von Wahrnehmung, Lernen und Sensomotorik sollte unseren Bezugsrahmen darstellen und fiel hoffentlich auf fruchtbaren Boden ;-).

 

Jahrestreffen 21. & 22. Juni 2013: danach ist davor…

Gruppenfoto vom Jahrtreff - wie immer fehlen Einige.

Gruppenfoto vom Jahrtreff – wie immer fehlen Einige.

Schon wieder vorbei – und es hat Spaß gemacht. Wichtig ist natürlich, die Bemerkung von Earl Wilson ernst zu nehmen: ‚Science may never come up with a better office communication system than the coffee break‚ (Danke, Bruno).

Da hab ich mich immer drum bemüht, und man sieht das ja auch auf einigen Bildern der Collage. Klappt dann auch wirklich…

So wollen&werden wir weitermachen – mit Tee/Kaffeepausen zwischen den Vortragsblöcken, unserem gewohnt exzellenten Lunch (Danke, Evelyne) und den Freitag-Abend-Dinners in den unzähligen guten Restaurants&Bistros, die Antwerpen zu bieten hat.

Diesmal war der Schwerpunkt unseres Workshops:

Begutachtungsprobleme in der Unfallchirurgie und Manualmedizin und Neuromythologie

mehr (hier)

 
 

Praktische Übungen beim Röntgenkurs 1989G.Gutmann demonstriert HWS-Manipulation

Wie das Ganze losging? 1984 richteten Friedel Gutmann und ich den ersten Kurs aus, damals Ersterer als Leithammel und ich als kleines Helferlein im Hintergrund. Ein Blick auf die Zeit gibt diese Einladung aus 1988 (Roekurs_88). Man sieht, wir sind unserer Linie treu geblieben. Ein Bild vom Anfang: Friedel Gutmann zeigt, wie es  ging&geht…

Neben dem eigentlichen Kurs war von Anfang an die Diskussion und das Treffen mit Erfahrenen Schwerpunkt. Das haben wir dann im Lauf der Jahre auseinandergenommen und so werden wir auch in 2013 wieder Einführungkurse in Untersuchen und Behandeln anbieten und eben dies Treffen zum Vertiefen, Plaudern und Gehirn auslüften.

 

 

Robuste & subtile Manualmedizin

Wer nichts zu sagen hat, läßt sich stets etwas Neues einfallen.

Wer etwas zu sagen hat wiederholt dies sein ganzes Leben lang.

mit M. Hyland

Eine der größten Überraschungen, wenn man von der Behandlung Erwachsener zu der von Kindern kommt, ist die ganz andere Wirkungsweise manueller Therapie (MT), die man dabei kennenlernt.

In der klinischen Anwendung bei Erwachsenen stehen die 1:1 Effekte im Vordergrund: man ist mit einem Problem konfrontiert, geht dieses an und der Patient hat relativ schnell – meist unmittelbar nach der Manipulation – einen überprüfbaren Effekt.

Doch auch bei Erwachsenen hat manuelle Therapie verschiedene Wirkmechanismen: Zum Einen – und dies ist mehr und mehr auch außerhalb manualmedizinischer Kreise akzeptiert – kann sie in der Behandlung solch alltäglicher Probleme erfolgreich sein. Ein klassisches Beispiel ist die Lumbago oder Ischialgie, wo MT heute schon routinemäßig eingesetzt wird. In vielen Fällen beginnt eine derartige Anamnese mit einem gut erinnerlichen Ereignis („..nach der Gartenarbeit…“ – „…dann bin ich gestolpert…“), dem in einem mehr oder weniger langen Intervall dann die Beschwerden folgen, deretwegen der Patient dann Hilfe sucht und oft – dank der Effizienz von MT – auch findet.

Diesem Ansatz, bei dem MT als eine Behandlungstechnik unter vielen eingesetzt wird, stehen derzeit kaum mehr größere Widerstände entgegen. Würde man es hierbei belassen, wäre die Situation völlig unproblematisch. Diese Variante der MT könnte man ‚robuste Manualtherapie’ nennen, womit nichts über die fachliche Qualität der betreffenden Therapie ausgesagt ist und auch nichts über die subjektive Besserung für den Patienten, die solch eine Behandlung bringt sondern primär über die Komplexität der durch sie bewirkten Effekte.

Ein anderer Wirkungsmodus von MT ist jedoch nicht mit diesem ‚technischen’ Denkmodell fassbar. In bestimmten Fällen – und eben oft gerade bei Neugeborenen und Kindern – erlebt man, dass MT in der Lage zu sein scheint, die individuelle Entwicklung tiefgreifend und langfristig zu beeinflussen. Ein wichtiges Kennzeichen dieser Fälle ist, dass die Behandlung nicht sofort einen positiven Effekt zeigt. Manchmal kommt es zu einer initialen Verschlechterung, manchmal zu einem – passageren – Rezidiv nach anfänglicher Besserung. Die Auswirkungen der Therapie sind in diesen Fällen oft erst Wochen nach der Behandlung evaluierbar und wirken noch weit länger nach. Diese Beobachtungen sind fast immer an bestimmte Altersabschnitte oder relativ präzise definierbare Lebensumstände (Zustand n. Trauma o.ä.) gekoppelt. Besonders bei Behandlungen in den ersten Lebensmonaten war dies auffällig.

Wir wissen heute, dass die Monate vor und nach der Geburt eine eminent wichtige Rolle bei der Auswahl des individuellen ‚Lebensmodells’ spielen. Aus einem Bündel von genetisch vorliegenden Modellen scheint dann eine epi- genetisch fixierte Variante festgelegt zu werden, die den gesamten weiteren Lebensweg zumindest teilweise determiniert. Wenn man sich dieser weitreichenden Effekte der Interaktion zwischen den von außen einwirkenden Reizen und der sich entwickelnden neuromotorischen Organisation bewusst ist verwundert es kaum, wie sehr eine Verbesserung der Propriozeption – und darum handelt es sich im Wesentlichen bei der MT von Kleinkindern – eine so weitreichende Wirkung entfaltet.

In späteren Lebensphasen ist ein derart tiefgreifender Effekt manueller Therapie seltener zu beobachten, wenngleich er auch hier vorkommt, vor allem nach Unfällen mit Weichteiltrauma, bei denen eine wohlplatzierte Behandlung dramatische Verbesserungen bewirken kann; auch in diesen Fällen bewährte sich das „weniger ist mehr“ als therapeutische Leitlinie. In beiden Situationen ist die Wirkung der MT weitaus tief- und weitreichender als die einer einfachen Behandlung akuter Verspannungen, ein Wiederherstellen eingeschränkten Bewegungsumfangs. Wir würden deshalb hier von ‚subtiler Manualtherapie’ sprechen.

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Fortbildungs- Termin im September – und schon wieder vorbei…

Für den 27.9.  hatten wir mal wieder einen Treff geplant, der neben diversen Präsentationen auch die Zeit um plaudern, austauschen und fragen bot. Alle ‚vom Fach‘ waren herzlich eingeladen.

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19./20. Mai 2017: Workshop Lernen & Motorik

Auch eine Art von Manualtheapie – irgendwie

…ist dieses Jahr der Titel unseres Workshops in Antwerpen. Er lief gerade. Ich glaube, alle waren es zufrieden.

Hoffentlich  ein guter Abschluß dieser Reihe nach fast 30 Editionen…

 

Die Seele der manuellen Medizin

Stoddard (1959) Untersuchung Thorax

Stoddard (1959)
Untersuchung Thorax

Manchmal kann man die Idee bekommen, Manualmedizin sei etwas für grumpy old men und irgendwie eine Abart irgendwelcher krankengymnastischen Techniken, und Osteopathie oder craniosacrale Therapie ohnehin viel ‚wissenschaftlicher‘ – oder zumindest hipper.

Dies Bild aus einer Monographie von A.Stoddard aus den 50ger Jahren demonstriert, wie man bei Untersuchung und Behandlung dem Patienten nahe kommt. Diese Untersuchung sieht in allen erwähnten Methodiken übrigens recht ähnlich aus…

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Traktion als Behandlungprinzip bei ‚ganz erwachsenen‘ Patienten

Jeder, der die Halbzeitfeiern um den 50. Geburtstag hinter sich hat, kennt das sich langsam eingeschlichen habende Gefühl des immer unbeweglicher Werdens. Es geht dabei nicht (nur) um die Tatsache, dass die Beweglichkeit der Kopfwendung oder der Hüften nicht mehr so ist wie früher – das variiert sehr von Mensch zu Mensch und muß gar nicht sooo dramatisch ausfallen. Was aber fast alle – und fast alle gleichzeitig- merken ist, dass die Elastizität der Gewebe nachläßt. Bestes und häufigstes Beispiel ist die nachlassende Akkomodationsfähigkeit der Augen. Das führt dazu, dass auch diejenigen, die nie eine Brille brauchten, jetzt (meist fürs Lesen) mit selbigem Gerät ausgerüstet sind. Diesen Beitrag weiterlesen »

Knackende Gelenke

Gelenke_knacken

Interessante wissenschaftliche Artikel sind oft nicht in der medizinischen Fachpresse zu finden, sondern abseits davon. Nature, Spektrum der Wissenschaft, New Scientist oder La Recherche behandeln häufig Themen, die für unsere klinische Arbeit Relevantes zu bieten haben. So auch im März 2014, als im Spektrum der Wissenschaft ein amüsanter Artikel unter der Überschrift „Lass knacken!“ zu lesen war (Quelle).

H. Joachim Schlichting geht dabei auf die Phänomene ein, die beim Knacken lassen der Fingergelenke auftreten. Durch Kavitation kommt es zum Frei werden von in den Flüssigkeiten gelösten Gasen – im Organismus in der Regel vor allem O2 und CO2. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass unmittelbar danach die Gelenkflächen einen größeren Abstand zueinander haben (Quelle).

Das ist für manualmedizinische Belange eine interessante Überlegung, da sich die so ‚befreiten‘ Gelenkpartner zumindest eine Zeit lang besser gegeneinander bewegen lassen. Castellanos et al gehen davon aus, dass diese vermehrte Gelnkbeweglichkeit knapp eine halbe Stunde anhält – wobei sie das an Fingergelenken massen, was nicht unbedingt 1:1 auf die wirbelsäulennahen Strukturen übertragbar sein dürfte.

 

Klinische Visiten und Fortbildungsnachmittag am 21.2.2014 Thema: Kreuzschmerz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die letzte Fortbildung ist schon wieder vorbei – und es hat wohl allen etwas gebracht. Uns auf alle Fälle, denn wenn man seine Konglomerathaufen im Kopf für eine Präsentation sortieren muß trägt das ja nicht unwesentlich zur eigenen Klarheit über sein Tun bei ;-)

Für den Morgen hatten wir die Teilnahme auf 10 Kollegen begrenzt – mehr kann man den Patienten nicht als Auditorium zumuten, zumal der Platz doch entwas eng ist. Wir begannen mit unserer gemeinsamen Untersuchung und Behandlung von insgesamt 8 Patienten – klingt mehr als es war, da mehrere Familien und dadurch nicht jedesmal das komplette Programm an Exploration und Beratung. Aber eben ein ganz typischer Querschnitt mit Erwachsenen und ihren Lumblagien bzw. cervico-mandibulären Problemen und den Kindern mit KiSS und KiDD. Diesen Beitrag weiterlesen »

Verteufelung des Röntgens: sie schlagen den Sack und meinen den Esel…

Pariser Karikatur von vor 100 Jahren, Hippokrates beim Betrachten seines Röngenbildes zeigend

Pariser Karikatur von vor 100 Jahren, Hippokrates beim Betrachten seines Röngenbildes zeigend

Vor eventueller Behandlung der Halswirbelsäule werten wir obligatorisch Aufnahmen der HWS aus – bei Säuglingen vor dem ersten Geburtstag nur eine Aufnahme von vorn, spätestens ab dem 3. Geburtstag Bilder in 2 Ebenen. Dabei legen wie – um Gegensatz zu vielen extern gemachten Aufnahmen – Wert auf die saubere Darstellung der Kopfgelenke, d.h. Gelenkfläche an der Schädelbasis bis C3.
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Neuer Präpkurs in Zusammenarbeit mit der Anatomie in Köln

Wer erinnert sich nicht an die ersten trauamtisierenden Erfahrungen zu Beginn seines Studiums, wo im anatomischen Institut, umhüllt von mehr oder weniger starken Formalindüften an den dort aufgebahrten Leichen die ersten ‚Begreifungen‘ derselben stattfanden. Fast jede(r) war von der Komplexität und Fülle des zu Lernenden überfordert und von der fast surrealen Atmosphäre (im wörtlichen und übertragenen Sinne des Wortes) überwältigt.

Jetzt, wo wir alle schon Jahre & Jahrzehnte im Beruf stehen, wünscht man sich immer mal wieder, dies mit all dem Wissen, was sich so angesammelt hat, noch mal sehen und be-greifen zu dürfen. Ich hatte vor Jahren mit Jürgen Koebke (damals Ordinarius an der Anatomie in Köln) Kontakt gehabt und der hatte sich großzügigerweise bereiterklärt, solch einen Kurs für uns zu organisieren. Das wurde Anfang 2011 ein großer Erfolg (s. Foto)und all die, die damals dabei waren, sagte mir immer wieder, wie sehr sie von dieser einmaligen Chance profitiert hatten. Praepkurs_2011

Damals hatten wir uns den occipito-cervicalen Übergang vorgenommen. Eine Fortsetzung dieses Kurses war fest geplant, als der grausige Tod von J.K. alles zunichte machte und mich diese Planung begraben ließ.
Letztes Jahr in Hamburg traf ich mal wieder Bodo Christ und wir sprachen über die Anatomie in Köln. Er erwähnte, dass ‚der Neue‘ aus seinem Stall käme und bot an, den Kontakt anzubahnen. Was dann auch prompt geschah und jetzt zur Konsequenz hat, dass wir wieder einen Präpkurs anbieten können.

Diesmal wird die mittlere und untere Wirbelsäule im Zentrum des Interesses stehen, und als Termin ist Anfang 2014 avisiert. Geplant sind wieder max. 12-15 Teilnehmer und der Preis wird wohl +- 400€ betragen. Alles noch in Arbeit, aber schon jetzt soll mal die Möglichkeit geschaffen werden, sein Interesse anzumelden.

Ggf. also bitte  hier emailen.

Wann läßt die HWS- Aufnahme an CMD denken?

Je mehr man sich mit der Interaktion zwischen Zahn-Kieferregion und dem Hals beschäftigt, desto mehr wundert man sich, dass man selber (und die meisten Kollegen) da nicht häufiger daran denken… Diesen Beitrag weiterlesen »