Retainer (nicht nur) bei jungen Frauen problematisch

In den letzten Monaten haben wir eine ganze Reihe von Patientinnen gehabt, bei denen nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung ein so genannter ‚Retainer‘ eingebaut worden war, um die erreichte Position der Zähne zu halten.


An sich ein ganz logischer und einleuchtender Abschluss der ja oft aufwendigen und zeitraubenden Gebiß-Repositionierung. Man kann gut verstehen, dass alle Beteiligten das mühsam Erreichte fixieren wollen.


Retainer an der Innenseite der Unterkieferzaehne

Retainer


Oft geht das auch gut – aber eben nicht immer. Zähne, Hals und statische Basis (das heißt die Auflageebene des letzten Lendenwirbels auf dem Becken) müssen zusammenpassen. Wenn nun eine Haltungsasymmetrie vorhanden ist – und nicht immer ist dies ganz ausgleichbar – wird auf die Zähne von der Haltung her Druck ausgeübt, dem diese dann durch Wandern in eine optimale Position nachgeben. Nun ist diese Position nicht immer ’schön‘, d.h. es kann sein, dass die Zähne dann eben etwas verkantet dastehen. Dass dann manche jungen Frauen unzufrieden sind kann man nachvollziehen.
Der Retainer, den die Kollegen Kieferorthopäden dann anbieten, fixiert aber die Zähne gegen diesen Einfluss so, dass es zu Spannungen kommen kann. Wir haben bei diesen Patientinnen nachweisen können, dass die geklagten Beschwerden – meist migräneartige Kopfschmerzen – von Verspannungen im Kaumuskelapparat ausgelöst waren und zuverlässig Besserung erreicht, wenn die Retainer ausgebaut wurden.
Man muss dann halt abwägen, was wichtiger ist…

Kommentieren