Haltung & Verhalten

Wie so oft findet man Interessantes zum Thema Medizin fernab der ’normalen‘ Fachliteratur…

Da liest an en Economist du denkt sich nichts Böses…  und stößt auf einen für unser Gewerbe relevanten Artikel:

‚The Power of Posture’ (Economist 15.1.2011, S.76)

Die Tochter eines Freundes in 'entspannter' und aufrechter Haltung

Wie sich die Haltung auswirkt

Im Artikel wird über ein Experiment berichtet, das den Zusammenhang zwischen Haltung und Verhalten untersucht. Huang & Galinsky untersuchten, in wie weit Status („Manager“ oder „Untergebener“) oder Körperhaltung (gekrümmt mit zusammengeklemmten Beinen oder aufrecht mit offenen Beinen) Einfluß auf Selbstbild und Verhalten haben[1].

Gestestet wurde dann, ob die (ahnungslosen)Versuchspersonen sich aktiver, assertiver und konfrontativer verhielten. Es zeigte sich, dass die vorher eingenommene Haltung wichtiger war als die wahrgenommene soziale Position, wenngleich auch diese das Verhalten beeinflußte.

Wir wissen seit vielen Jahren, wie sehr um Beispiel die mimische Muskulatur auf die Stimmung zurückwirkt. Strack hatte schon 1988 zeigen können, wie heruntergezogene oder lachend hochgegangene Mundwinkel die Stimmung beeinflussen[2].

Wie man den Bleistift im Mund hält beeinflußt die Stimmung

Zwei Arten, den Bleistift mit dem Mund festzuhalten

Da wir wissen, wie sehr unsere Behandlung der Nackenverspannungen die Haltung verbessern kann liegt nahe, auch eine Verbindung zwischen der mechanischen Therapie, der so entstandenen Haltungsverbesserung und letztlich dem positiveren Selbstbild zu sehen. Wer lange genug im Geschäft ist hat das hundertfach mitgemacht. Schön, wenn dies von ganz ‚un-manualmedizinischer’ Seite bestätigt wird…

1. Huang, L., et al., Powerful postures versus powerful roles: which is the proximate correlate of thought and behavior? Psychol Sci, 2011. 22(1): p. 95-102.

2. Strack, F., L.L. Martin, and S. Stepper, Inhibiting and facilitating conditions of the human smile: A nonobtrusive test of the facial feedback hypothesis. Journal of Personality and Social Psychology, 1988. 54: p. 768- 77.

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