Artikel-Schlagworte: „Behandlung“

Nexus bei Jüngeren

.In der letzten Monaten haben wir eine neue Indikation für die Traktion des Nackens mit dem Nexus entdeckt: (Nexus_Adult) .

Anfangs kam gar nicht die Idee, bei Jungen – mit Elastizität im Bindegewebe – eine Traktion zu benötigen. Aber man lernt in der Praxis..

Bachelor- Arbeit zu KiSS

Im April 2010 kam diese Email bei mir an:

Hallo Herr Dr. Biedermann,
ich bin Physiotherapeut und schreibe gerade meine Bachelorarbeit zum Thema : „Effektivität Manueller Therapie bei Kiss-Kindern„. Da die Beschaffung von Informationen und Zahlen in diesem Bereich ziemlich schwierig ist, wollte ich Sie … nach hilfreichen Daten, Zahlen, Studien usw. fragen.      mfg Thomas Göbelt

Hab ich dann ein bißchen geholfen und schließlich die fertige (und mit ‚2‘ benotete) Bachelorarbeit erhalten samt der Erlaubnis, sie hier publik zu machen (hier:  Goebelt_Bachelor_KISS)

Zur Helmtherapie

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich manche Behandlungsformen halten. Seit Jahren geistert die sogenannte „Helmtherapie“ umher, die Eltern von Kindern mit Schädelaysmmetrie empfohlen wird. Mehr und mehr springen (kinder-)orthopädische Kliniken auf diesen lukrativen Zug auf und suggerieren den Familien mit aufwendigen Vermessungsverfahren einen Handlungsbedarf (z.B. hier).
Argument ist, dass diese Schädelasymmetrien die Entwicklung der Kinder behinderten. Erest wird immer ein Lippenbekenntnis zur funktionellen Behandlung abgelegt („Diese kann konservativ korrigiert werden, zum Beispiel mittels Abwechslung der Lagerung oder Krankengymnastik“ in obigem Site-Text), dann wird ein Meßverfahren empfohlen und schließlich geht es doch mit dem Helm viel schneller…

Nur wissen wir seit Jahren, dass eine Schädelasymmetrie auf eine Bewegungseinschränkung des Halses hinweist, und dass diese allerdings die Entwicklung beeinträchtigt. Wenn diese Bewegungseinschränlung aber behandelt ist, kann sich das Kind motorisch und von der Wahrnehmung her frei entfalten und es besteht keinerlei Grund zu Angst. Die Asymmetrie des Gesichts – ein Weichteilproblem – verschwindet relativ schnell (einige Monate). Die Veränderung des Schädels benötigt etliche Jahre, um sich wieder anzugleichen, und selbst wenn dies nicht 100%ig erfolgt, haben die Kinder dadurch keine Nachteile. Das konnte wir bei hunderten von durch uns behandelten Kindern immer wieder beobachten.

Den Eltern zu erzählen, dass eine Schädelasymmetrie irgendwelche Folgen für die Hirnentwicklung habe, ist irreführend und unrichtig. Die erheblichen Kosten dieser Behandlung sollte man besser in die Rehabilitation behinderter Kinder stecken, bei denen immer wieder um Kostenübernahme gekämpft werden muss (man denke nur an die Hippotherapie).

Yoga bitte mit Maßen!

Mein Großvater war – neben seinem Hauptberuf als Schulrat – auch Yogalehrer und mein Kontakt mit Yoga daher früh, intensiv und nicht immer ganz glücklich. Meine legasthenische, linkshändige Art ’sensibilisierten‘ den Großvater wohl so sehr, dass im Gegenzug seine Bemühungen, mich für Yoga zu begeistern – milde gesagt – nicht den von ihm intendierten Effekt hatten.
Dies vorausgeschickt, so wie man ja heute immer die Interessenkonflikte offenlegen sollte bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen ;-)
Nun sollte man nicht vergessen, dass Yoga eine Methodik ist, die in Asien von relativ kleinen und ziemlich gelenkigen Menschen ‚erfunden‘ wurde. Nicht jeder knochige und bewegungsarme Mitteleuropäer kann da so ohne weiteres mithalten. Trotzdem ist natürlich die hier praktizierte Körperkontrolle und das konzentrierte Arbeiten mit den eigenen Muskeln und Gelenken eine wunderbare Sache.
Also: im Prinzip prima und zu unterstützen, aber bitte daran denken, dass eben einige Übungen dabei sind, die gerade denen, die an Hals- Nackenproblemen leiden, nicht empfohlen werden können.
Eine Beilage der Süddeutschen sei dafür Anregung & Beleg: hier dafür Reklame gemacht, ohne auf die durchaus bekannten Risiken bei Wirbelsäulen- Problemen hinzuweisen. Wir zeigen hier – quasi als abschreckendes Beispiel – zwei Übungen, von denen wir unseren Patienten in aller Regel nur abraten können.

Impfen und Manualmedizin

Wir haben immer mal wieder gesehen, dass es besser ist, die kleinen Patienten nach der Behandlung in Ruhe zu lassen um sie nicht zu überlasten.
Jetzt fiel uns auf, dass vor allem im Herbst deutlichere Erstverschlimmerungen nach Behandlung bei uns auftreten können.
Nachdem wir systematisch fragten stellte sich dabei sehr oft heraus, dass eine Impfung unmittelbar vor oder nach unserer Manualtherapie stattgefunden hatte.
Das langfristige Ergebnis wird dadurch nicht verschlechtert, aber die Eltern – und natürlich auch das Baby – haben ein paar unnötig stressige Tage. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass man im Herbst ohnehin schneller Atemwegsinfekte aufliest, und dann dieser Infekt, der ‚künstliche‘ Infekt der Impfung und der Streß der Manualtherapie zusammenkommen.
Deshalb nochmals die Bitte an die Eltern:
Geben Sie Ihrem Kind vor und nach der Behandlung durch einen Manualmediziner einige Tage Zeit. So vermeidet man überschießende Reaktionen.

Olivenöl als Aspirin- Ersatz?

Auch in Olivenöl sind jetzt Substanzen nachgewiesen, die ähnlich wie Ibuprophen und Aspirin – d.h. entzündungshemmend – wirken. (weiter)
Eigentlich sollte dies nicht überraschen, wissen wir doch, dass diese Substanzen bei den Pflanzen eine wichtige Rolle in der Infektabwehr spielen, also in Rinde und Fruchtschalen häufiger zu finden sind, allerdings nur bei den Pflanzen, denen diese Abwehr nicht von industrieller Insektizid- und Fungizidbehandlung abgenommen wurde. Wie sagte schon Hippokates so schön: „Macht nicht aus euren Medikamenten eure Nahrung sondern aus eurer Nahrung das Medikament“.

Atlasprof – ein Titan der Karpaten?

– so ließ sich der rumänische Diktator Ceausescu nennen. Hat ihm schlußendlich nicht viel geholfen, aber bis man ihn – auf wenig elegante Weise – losgeworden war, litt das Land schrecklich.
Soll also keiner die Macht des Wortes unterschätzen.

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